Jean-Marie Le Pen, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Front National, bleibt aus seiner Partei ausgeschlossen.

Das hat jetzt ein französisches Berufungsgericht verfügt. Le Pen, der auf Betreiben seiner Tochter Marine wegen „umstrittener“ Äußerungen zur jüngeren Zeitgeschichte aus dem Front National ausgeschlossen worden war, hatte dagegen geklagt. Allerdings soll der 89jährige den Ehrenvorsitz des FN auch weiterhin behalten dürfen.

Le Pen senior hatte die nationalsozialistische Herrschaft mehrfach relativiert und war dafür mehrmals zu Geldstrafen verurteilt worden. 2015 hatte ihn Marine Le Pen, die seit 2011 Parteivorsitzende ist, deshalb ausschließen lassen. Sie hält daran fest, daß ihr Vater auch den Ehrenvorsitz abgeben soll. Da sie vor Gericht damit nun gescheitert ist, soll nach ihren Plänen der FN-Parteitag im März in Lille beschließen, den Posten des Ehrenvorsitzenden zu streichen.

Das Gericht verurteilte die Partei darüber hinaus zur Zahlung eines Schadenersatzes in Höhe von 25.000 Euro an Le Pen senior, der in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte, auf jeden Fall am Parteitag im März teilnehmen zu wollen. Die FN-Führung ließ allerdings schon verlauten, daß dem langjährigen Parteichef als Nicht-Mitglied die Teilnahme untersagt sei.

In der Partei kriselt es seit den Wahlen 2017, die für den Front National alles in allem enttäuschend ausgingen. Marine Le Pens Chefstratege Philippot verließ die Partei inzwischen und will am 18. Februar mit Les Patriotes (Die Patrioten) eine Gegen-Formation gründen. Marine Le Pen wiederum will den Front National auf dem Parteitag im März inhaltlich neu aufstellen und sich wiederwählen lassen. Auch ein neuer Name ist im Gespräch.

Quelle: Zuerst!