Hunderte britische Kämpfer des «Islamischen Staates» sind mittlerweile aus Syrien und dem Irak in ihre Heimat zurückgekehrt. Nur Wenigen wurde der Prozess gemacht. Nun muss sich ein Ex-Soldat vor Gericht verantworten, der in Syrien kämpfte – aber gegen den IS.

2015 war James Matthews in einer Fernsehdoku des britischen Senders Channel 4 zu sehen.

Wie britische Medien berichten, muss sich der ehemalige Soldat James Matthews im Vereinten Königreich demnächst vor Gericht verantworten. Ihm wird die Unterstützung von Terrorismus in Syrien zur Last gelegt.

Der heute 43-Jährige hatte sich vor drei Jahren in das arabische Land begeben, um dort zu kämpfen. Aber nicht wie etwa 850 seiner Landsleute in den Reihen des «Islamischen Staates» (IS). Stattdessen gehörte er zu den rund ein Dutzend Briten, die sich der kurdischen Miliz der «Volksverteidigungseinheiten» (YPG) angeschlossen hatten, um gegen die IS-Terroristen zu kämpfen.

Den Ausschlag dafür habe ein Foto auf Facebook gegeben, auf dem ein IS-Kämpfer zu sehen war, der den abgeschlagenen Kopf einer Frau in den Händen hielt. Gegenüber dem Independent sagte der Ex-Soldat dazu:

Es war eines der bösartigsten Bilder, die ich je in meinem Leben gesehen habe.

Die YPG werden in Syrien von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt, an der sich auch Großbritannien beteiligt. Vor seinem Entschluss, in den Reihen der kurdischen Miliz zu kämpfen, hatte Matthews Kadetten in Saudi-Arabien die englische Sprache beigebracht. Sein Einsatz in Syrien gegen den IS war der Öffentlichkeit schon länger bekannt. Er war neben Jac Holmes einer von drei britischen YPG-Kämpfern, die 2015 Gegenstand einer Fernsehdokumentation des Senders Channel 4 waren. Der 24-Jährige Holmes starb letztes Jahr bei dem Versuch, eine Landmine in der einstigen IS-«Hauptstadt» Rakka zu entschärfen.

Der Prozess gegen Matthews ist ein Novum: Noch nie wurde in Großbritannien jemandem der Prozess gemacht, der in Syrien gegen den IS gekämpft hat — dazu noch in den Reihen britischer Verbündeter.

Im Kontrast dazu steht der verhältnismäßig entspannte Umgang mit ehemaligen Dschihad-Touristen: Nach Angaben des britischen Innenministeriums vom Mai 2016 wurden bislang nur 54 von rund 400 IS-Heimkehrern von einem Gericht verurteilt. Ein halbes Jahr später wurde diese Zahl sogar noch nach unten korrigiert. Demnach wurden in Großbritannien bis dato lediglich 14 zurückgekehrte IS-Kämpfer hinter Schloss und Riegel gebracht.

Ob es dort zu einem Wiedersehen mit seinen Feinden kommt, wird sich für Matthews am 14. Februar zeigen, wenn der Prozess gegen ihn beginnt.

Quelle: RT

 

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