Der Wahlkampf in Italien macht auch „umstrittene“ und politisch unkorrekte Äußerungen möglich. Jetzt sorgt der Chef der Mitte-Rechts-Allianz, Silvio Berlusconi, mit einem Vorstoß für Gesprächsstoff: sollte seine Koalition die Parlamentswahlen am 4. März gewinnen, werde das Gesetz abgeschafft, mit dem eingetragene homosexuelle Lebenspartnerschaften eingeführt wurden, sagte Berlusconi.

Wörtlich wird Berlusconi in Medien mit den Worten zitiert: „Ich denke, daß das Gesetz über die Lebenspartnerschaften falsch ist. Wir wollen niemandem Rechte wegnehmen. Wir sind aber der Ansicht, daß eine Familie eine stabile Partnerschaft aus Mann und Frau ist, die Kinder in die Welt setzen.“

Das Gesetz war von der Regierung um Matteo Renzi 2016 verabschiedet worden. „Der Staat darf sich nicht in das Privatleben der Bürger einmischen. Wir verteidigen jedoch die Familie”, unterstrich der 81jährige Berlusconi, der als „Königsmacher“ der nächsten Regierung gilt, die aller Voraussicht nach eine rechtskonservative sein wird.

Das katholisch geprägte Italien war bis 2016 eines der wenigen EU-Länder, in denen gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt waren. Das Gesetz erlaubt homosexuellen Paaren, ihre Partnerschaft im Standesamt einzutragen. Allerdings sind derlei Rechte nicht selbstverständlich – auf Bermuda in der Karibik wurde die Homo-Ehe kürzlich nach einer Volksabstimmung wieder abgeschafft.

Quelle: Zuerst!

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