Es ist so einfach, die wirkliche amerikanische Sicherheitslücke mit Worten über Stärke vs. Schwäche und die endlose Notwendigkeit, das Militär aufzurüsten, zuzukleistern. Von Robert C. Koehler.

Hier ist zum Beispiel Verteidigungsminister Jim Mattis, der neulich in The Guardian zitiert wurde: «Es obliegt uns, eine tödlichere Kraft aufzustellen, wenn unsere Nation die Fähigkeit behalten soll, uns selbst zu verteidigen und das, wofür wir stehen».

Dies ist der Eckpfeiler der Großen Lüge, der Grundlage des globalen Leidens und der Unordnung: dass alle glorreichen Abstraktionen, für die wir stehen — Freiheit, Demokratie usw. — durch Gewalt und Androhung von Gewalt aufrechterhalten werden. Die Kraft des Bösen, siehe, ist fast unendlich, und sie lauert ungebrochen außerhalb unserer Grenzen, aber sie bleibt uns fern, solange sie uns fürchtet. Stellen Sie daher unter keinen Umständen die Höhe unseres Militärhaushalts in Frage.

Dies ist die Richtlinie, die von vielen US-Medien befolgt wird, auch wenn dieser Haushalt weiter anschwillt und die Kriege, die wir führen, immer hartnäckiger werden. Tatsächlich enthält der kürzlich veröffentlichte Haushaltsvorschlag der Trump-Administration für 2019 716 Milliarden Dollar für das Militär. Betrachten Sie es als ein stilles Ausbluten. Mattis, diesmal von der Associated Press erwähnt, sagt, dass es notwendig ist, «das Militär aus einem Einbruch in der Kampfbereitschaft herauszuziehen, in einer Zeit, in der der Fokus wieder auf den festgefahrenen Konflikt in Afghanistan und die Gefahr eines Krieges auf der koreanischen Halbinsel gerichtet ist».

Stellen Sie keine weiteren Fragen. Schuld am Staatsdefizit sind die Ausgaben im Inland — für Schulen, Gesundheitsfürsorge, Autobahnen, Lebensmittelmarken, Umweltsanierung. Und vor allem — schauen Sie nicht zu genau auf das sterbende Imperium, das das US-Militär weiterhin «verteidigt». Wenn Sie das tun, dann könnten Sie draufkommen, dass es keine so großartige Arbeit leistet, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

«Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eines der reichsten und mächtigsten und technologisch innovativsten Länder der Welt, aber weder ihr Reichtum noch ihre Macht noch ihre Technologie werden genutzt, um die Situation zu bewältigen, in der 40 Millionen Menschen hier weiterhin in Armut leben.»

So schrieb Philip Alston, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für extreme Armut und Menschenrechte, im Dezember nach einer zehntägigen Tour durch die Armutszonen in weiten Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika, von Kalifornien bis Puerto Rico. Die Punkte, die er in seinem U.N.-Bericht anführt, sind unerträglich zu lesen und erhellen, wie sie es tun, die Vierte-Welt-Armut in diesem Land, die vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen ist. Das heißt:

Die US-Gesundheitsausgaben pro Kopf sind doppelt so hoch wie der Durchschnitt der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und viel höher als in allen anderen Ländern. Aber es gibt viel weniger Ärzte und Krankenhausbetten pro Person als im OECD-Durchschnitt.

Die Kindersterblichkeitsrate in den USA war 2013 die höchste in den Industrieländern.

«Amerika hat die höchste Inhaftierungsrate der Welt, vor Turkmenistan, El Salvador, Kuba, Thailand und der Russischen Föderation. Seine Rate ist fast fünfmal so hoch wie der OECD-Durchschnitt.»

Das ist nur ein kleiner Teil von Alstons Beobachtungen, die solche Schrecken wie unsicheres Trinkwasser umfassten, unzureichende sanitäre Einrichtungen («Ich sah abwassergefüllte Höfe in Staaten, in denen die Regierungen die sanitären Einrichtungen nicht als ihre Verantwortung betrachten»), verzweifelte bankrotte Kommunalregierungen, die ihre Budgets erfüllen, indem sie arme Menschen in endlosen Schuldenfallen durch die Verdoppelung und nochmalige Verdoppelung von Bußgeldern für kleinere Verstöße gefangen halten.

In Amerika gehen die Schrecken der Armut immer weiter. Die Lösung für einige — vor allem für diejenigen, die sich in Machtpositionen befinden — ist einfach, die Augen davor zu verschließen. Wie schnell verschwindet sie doch, wenn sie einem nichts ausmacht.

«Wenn unsere Nation es nicht schaffen kann, die Lichter für die Menschen in Puerto Rico einzuschalten, wenn wir denen, die an Opioidabhängigkeit leiden, nicht helfen können, eine Behandlung zu bekommen, und wenn wir nicht für Bildung und Gesundheitsfürsorge für alle unsere Bürger sorgen können, wie ist es dann möglich, dass wir es rechtfertigen können, Milliarden mehr für Waffen auszugeben, die nicht funktionieren, um Feinde zu bekämpfen, die nicht existieren?» fragte Stephen Miles von Win Without War (Siegen ohne Krieg).

Die Fragen, die von Amerikas Vierter-Welt-Armut aufgeworfen werden, sollten niemals von der Diskussion über Krieg und Militärhaushalt getrennt werden. Und hochrangige Politiker sollten in der freien Presse niemals in abstrakter Rhetorik über «unsere Werte» schwelgen dürfen, wenn sie versuchen, den Krieg zu rechtfertigen — vor allem die aktuellen, endlosen Kriege, die, während sie Ressourcen von der Heimatfront abziehen, die Sümpfe auf dem ganzen Planeten weiter verschlimmern, die sie selbst geschaffen haben.

In unserer Furcht davor, mit dem konfrontiert zu werden, was wir angerichtet haben, oh Gott, machen wir die Dinge immer noch schlimmer. Das nennt man parteiübergreifendes Verhalten. Im gegenwärtigen Zustand der amerikanischen Politik ist das Beste, was wir von unserer angeblich demokratischen Regierung bekommen können, ein Kompromiss mit der Hölle: soziale Bandagen plus Atomwaffen.

Ich gebe die Schuld daran den Medien, denn die einzige Möglichkeit, über Illusion und Angst hinauszugehen, besteht darin, sich auf eine Reise des komplexen Bewusstseins zu begeben. Stattdessen erhalten Amerikaner vereinfachende Analysen, die es nicht schaffen, in die Große Lüge einzudringen, dass das Böse irgendwie unamerikanisch ist, eine Macht, die von Ausländern ausgeübt wird. Zum Beispiel lag in einer anderen vor kurzem erschienenen AP-Geschichte, die sich mit dem Trump-Haushaltsvorschlag befasste, das Augenmerk darauf, dass die Defizitausgaben sein größtes Problem waren und einige Republikaner entsetzt waren, aber nicht alle.

«Aber viele andere Republikaner wiesen auf Gelder hin, die sie lange Zeit für das Pentagon gesucht haben, von dem sie sagen, dass es riesige Summen für Bereitschaft, Ausbildung und Waffenmodernisierung braucht», erzählt uns die Geschichte.

Dann wird Paul Ryan zitiert: «Es (das Budget) beinhaltet das, was das Pentagon braucht, um den Zustand unseres Militärs für die nächsten Jahre wiederherzustellen.»

Also entspannen Sie sich. Selbst wenn wir als Nation draufgehen, sind wir immer noch härter als alle anderen.

Antikrieg

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