Polen will jetzt mit vergleichsweise drastischen Mitteln gegen „anti-polnische“ Äußerungen von Landsleuten vorgehen. Polnische Botschaften und Konsulate verbreiten derzeit ein Schreiben, das an im Ausland lebende Polen verschickt wird und in dem dazu aufgefordert wird, anti-polnische Auslassungen zu melden.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Bitte dokumentieren Sie alle anti-polnischen Äußerungen, Darstellungen und Meinungen, die uns schaden, und reagieren Sie darauf. Informieren Sie unsere Botschaften, Konsulate und Honorarkonsulate über jede Verleumdung, die den guten Ruf Polens beeinflußt.”

Nach Medienrecherchen wurde das dreiseitige Schreiben bereits über das polnische Generalkonsulat in München per Mailverteiler an in Süddeutschland lebende Polen verschickt. Das Konsulat in Hamburg hat angekündigt, das Schreiben sowohl auf der eigenen Homepage als auch per Mailverteiler zu veröffentlichen.

Der polnische Botschafter in Berlin, Andrzej Przylebski, sieht in der Aktion keinen Grund zu Aufregung. Auf Anfrage ließ er den NDR wissen, bei dem Aufruf handle es sich um „die üblichen Aufgaben einer diplomatischen bzw. konsularischen Vertretung”.

Wie mit den gesammelten Informationen umgegangen werden soll, stehe noch nicht fest, sagte Przylebski. Bisher gebe es noch keine Ausführungsbestimmungen für das Gesetz.

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