Die verstärkte militärische Zusammenarbeit innerhalb der EU birgt für die Nato nach den Worten ihres Generalsekretära Jens Stoltenberg Risiken.

Er begrüße die Anstrengungen der Europäer grundsätzlich, da sie die Nato entlasten könnten, sagte Stoltenberg am Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Es gebe aber auch Gefahren. “Es besteht das Risiko, dass es zu einer Entfremdung auf beiden Seiten des Atlantiks kommt, dass Doppelstrukturen aufgebaut und nicht-europäische Nato-Staaten diskriminiert werden.” Diese Probleme müssten vermieden werden. “Die Wahrheit ist: Die Europäische Union kann Europa allein nicht beschützen. Prominente europäische Politiker haben dies selbst immer wieder betont.”

Nato-Staaten außerhalb der EU spielten eine maßgebliche Rolle bei der Verteidigung Europas, sagte Stoltenberg in Anspielung auf die USA, die das militärische Rückgrat der Militärallianz sind. 80 Prozent der Verteidigungsausgaben in der Nato würden nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU von nicht-europäischen Mitglieder aufgebracht. Es gehe aber nicht nur um Geld, sondern auch um die Geografie. Der Schutz Europas ohne die Mithilfe Norwegens, der Türkei, Großbritanniens, der USA und Kanadas sei schwer vorstellbar. Wenn die Risiken ausgeschaltet würden, könne die EU die Nato jedoch ergänzen. “Dann sehe ich großes Potenzial für die europäische Sicherheit”. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Nato und EU sei dabei allerdings unerlässlich.

Quelle: Reuters

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