Die Kurdenmiliz YPG hat Medienberichte über einen angeblich bevorstehenden Einmarsch von syrischen regierungstreuen Volksmilizen in Syriens Region Afrin zurückgewiesen.

„Diese Information entspricht nicht der Realität“, sagte der YPG-Sprecher Brusk Haseke in einem Gespräch mit Sputnik. „Wir haben mehrmals erklärt, dass die syrische Armee nicht in Afrin eingezogen ist und auch nicht einziehen wird. Falls in dieser Frage eine Vereinbarung getroffen wird, geben wir das öffentlich bekannt.“

Demzufolge denken Zivilisten in Afrin und Aleppo irrtümlicherweise, dass die syrische Armee eingetroffen sei, wenn zivile Busse in die Stadt kommen.

„Falls die syrische Armee in Afrin einmarschiert, werden wir diese Information nicht vor der Öffentlichkeit verbergen“, so der Kurdenvertreter.

Die türkische Regierung reagierte auf den vermeintlichen Einzug der syrischen Armee in Afrin gelassen. Laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu sieht sein Land darin kein Problem, falls die Syrer die Region „von der YPG befreien“.

„Die Frage ist jetzt, ob die Armee des Regimes (des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad – Anm. d. Red.) in Afrin einzieht oder nicht? Und wenn schon, dann mit welchem Ziel? Wenn sie kommen, um es von der YPG zu befreien, ist das kein Problem. Wenn sie aber die Terroristen unterstützen, stoppt uns nichts. Das gilt sowohl für Afrin als auch für Manbidsch und die Territorien östlich von Euphrat“, sagte der Minister dem Fernsehsender NTV.

Am Sonntag berichteten einige Medien, dass die syrische Regierungsarmee nach einer entsprechenden Vereinbarung mit den kurdischen Volksmilzen in den kommenden zwei Tagen Stellungen an der Grenze zu der Türkei und in der Stadt Afrin beziehen wird. Offiziell wurden diese Angaben jedoch noch nicht bestätigt.

Die türkische Armee hatte am 20. Januar die Militäroperation „Olivenzweig“ gegen die Stellungen der Kurdenmiliz YPG in der syrischen Region Afrin gestartet. Die YPG wird von den USA unterstützt, von der Türkei jedoch als terroristische Organisation eingestuft. Die syrische Regierung sieht den türkischen Einmarsch als eine Aggression. Russland, das in den vergangenen Jahren die syrischen Truppen im Kampf gegen die Terrormilizen IS und al-Nusra-Front militärisch unterstützt hatte, mahnte alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und Achtung der territorialen Integrität Syriens.

Quelle: Sputnik