Vor dem Hintergrund der türkischen Offensive im nordsyrischen Afrin hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow die USA dazu aufgefordert, ihre Schritte in der Region genau abzuwägen.

Die USA hätten bereits „provokative Schritte“ getan, um die „territoriale Einheit Syriens zu untergraben“, sagte Lawrow am Montag auf einer Konferenz des Diskussionsklubs Waldai.

Nach seiner Einschätzung haben die USA auch die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD)in diese Tätigkeit verwickelt. „Das hat zur Verschärfung der Beziehungen mit der Türkei geführt  — Sie wissen ja, was in Afrin vor sich geht“, so der russische Spitzendiplomat.

„Ich rufe unsere amerikanischen Kollegen ein weiteres Mal dazu auf, nicht mit dem Feuer zu spielen und alle Schritte genau abzuwägen, sich dabei (…) von den langfristigen Interessen des syrischen Volkes und aller anderer Völker dieser Region, darunter auch der Kurden, leiten zu lassen“, sagte Lawrow. Er appellierte zudem, das Thema Kurden nicht für politische Zwecke zu missbrauchen.

Die türkische Armee hatte am 20. Januar die Militäroperation „Olivenzweig“ gegen die Stellungen der Kurdenmiliz YPG in der syrischen Region Afrin gestartet. Die YPG wird von den USA unterstützt, von der Türkei aber als terroristische Organisation eingestuft.

Die syrische Regierung sieht den türkischen Einmarsch als eine Aggression. Russland, das in den vergangenen Jahren die syrischen Truppen im Kampf gegen die Terrormilizen IS und die al-Nusra-Front militärisch unterstützt hatte, mahnte alle Konfliktparteien zu Zurückhaltung und Achtung der territorialen Integrität Syriens.

Quelle: Sputnik