Nach Ansicht der Türkei sind die Berichte über einen möglichen Einmarsch der syrischen Regierungstruppen in der Kurdenenklave Afrin eine „schwarze Propaganda“. Der Pressesprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin, räumt jedoch ein, dass es einen Kuhhandel zwischen der syrischen Regierung und Kurden darüber geben könnte.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass syrische Truppen nach der Übereinkunft mit kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in den nächsten zwei Tagen an der Grenze zur Türkei sowie in der Stadt Afrin selbst strategische Schlüsselpositionen besetzen sollen. Die Türkei führt in der Region seit Wochen eine Militäroperation durch. Die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Montag, die Kämpfer der syrischen Volkskräfte könnten binnen nächsten Stunden in Afrin eintreffen.

Laut dem türkischen Vize-Premier Bekir Bozdag ist diese Information bislang über keine offiziellen Kanäle bestätigt worden. Es handele sich um Desinformation, so der Politiker.

„Es ist völlig klar, dass die Berichte über eine Vereinbarung zwischen dem Regime in Damaskus und den YPG eine schwarze Propaganda sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass dort kein heimliches und dreckiges Gefeilsche geführt wird“, sagte Kalin am Dienstag.

Der Politiker fügte hinzu, die Militäroperation „Olivenzweig“ in Afrin werde fortgesetzt werden.

Die türkische Armee hatte am 20. Januar die Militäroperation „Olivenzweig“ gegen die Stellungen der Kurdenmiliz YPG in der syrischen Region Afrin gestartet. Die YPG wird von den USA unterstützt, von der Türkei aber als terroristische Organisation eingestuft. Die syrische Regierung sieht den türkischen Einmarsch als eine Aggression. Russland, das in den vergangenen Jahren die syrischen Truppen im Kampf gegen die Terrormilizen IS („Islamischer Staat“, auch Daesh) und die al-Nusra-Front militärisch unterstützt hatte, mahnte alle Konfliktparteien zu Zurückhaltung und Achtung der territorialen Integrität Syriens.

Quelle: Sputnik