Das ist nicht gerade eine Erfolgbilanz: immer noch rund 205.000 Illegale kamen im Jahr 2017 auf diversen „Flüchtlings“routen nach Europa. Das teilte die europäische Grenzschutzagentur Frontex mit. Die Zahl bedeutet zwar einen Rückgang gegenüber 2016 um rund 60 Prozent. Allerdings war 2016 das Rekordjahr nach der von der deutschen Bundeskanzlerin verantworteten Grenzöffnung. Und zum anderen ist derzeit wieder ein massiver Anstieg der Migrantenzahlen auf der westlichen Mittelmeerroute von Afrika nach Spanien zu verzeichnen.

Wie Frontex-Chef Leggeri ausführte, sei der Rückgang der Illegalen-Zahlen mit mehr als 80 Prozent auf der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei nach Griechenland am deutlichsten. Hier hatte die EU im März 2016 den sogenannten „Flüchtlingspakt“ mit der Türkei geschlossen (der allerdings nur lückenhaft funktioniert). Maßgeblich zur Schließung der „Balkanorute“ hatte vor allem der ungarische Grenzzaun gesorgt.

Auch auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien sei die Zahl der illegal Eingereisten seit Sommer rückläufig, sagte Leggeri. Auf dieser Route kamen jedoch noch immer fast 120.000 Menschen. Gestiegen sei die Zahl der illegalen Grenzübertritte außerdem auf der westlichen Mittelmeerroute. „Spanien ist jetzt unter hohem Druck”, sagte Leggeri.

Bis Mai dürfen Bayern und Österreich ihre Grenzen noch kontrollieren. Dann läuft offiziell die derzeitige Regelung aus, und die EU-Kommission muß einer Verlängerung zustimmen. Der österreichische Innenminister Kickl (FPÖ) betonte in diesem Zusammenhang: „Solange die europäischen Außengrenzen nicht genügend geschützt sind, müssen die Binnenkontrollen fortgesetzt werden. Es wäre unverantwortlich, im Mai darauf zu verzichten.”

Zuerst!