Der Beschuss der syrischen Regierungstruppen in Afrin erfolgte kurz nachdem die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mitgeteilt hatten, dass Damaskus auf ihre Einladung hin «militärische Einheiten» in die Region geschickt habe.

Die syrische Regierung ist den bedrängten Kurden im Norden des Lands mit Truppen zu Hilfe gekommen, die umgehend unter Beschuss der türkischen Armee gerieten. Regierungstreue Einheiten seien bei ihrer Ankunft in Afrin mit Artilleriefeuer angegriffen worden, meldete die syrische Staatsagentur Sana am Dienstag. Türkische Medien sprachen von „Warnschüssen“. Die syrische Armee setzte derweil die Luftangriffe auf die Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus unvermindert fort. Die Eskalation der Gewalt löste international große Besorgnis aus.

Der Beschuss der syrischen Regierungstruppen in Afrin erfolgte kurz nachdem die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mitgeteilt hatten, dass Damaskus auf ihre Einladung hin „militärische Einheiten“ in die Region geschickt habe. Sie sollten Stellung an der Grenze zur Türkei beziehen, um sich „an der Verteidigung der territorialen Einheit Syriens und seiner Grenze zu beteiligen“. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einem Konvoi mit hunderten regierungstreuen Kämpfern. Diese Nachrichten können bisher nicht überprüft werden.

Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete lediglich über „Warnschüsse“, die „regierungstreuen Terrorgruppen“ hätten sich daraufhin rund zehn Kilometer vor Afrin-Stadt zurückgezogen. Ankara betrachtet die Präsenz der YPG an der türkischen Grenze wegen ihrer Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung und geht seit einem Monat militärisch gegen die Kurden in Afrin vor.

Syrische Staatsmedien hatten am Montag berichtet, dass regierungstreue Einheiten sich dem Kampf gegen die türkische Armee anschließen wollten. Erdogan drohte am Dienstag, „in den kommenden Tagen“ Afrin-Stadt unter Belagerung zu nehmen. Allerdings kommen die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen wegen des heftigen Widerstands der YPG bisher nur langsam voran. Laut der Beobachtungsstelle eroberten sie bisher nur 45 Dörfer in Grenznähe.

Nach Angaben der oppositionsnahen Organisation wurden im Zuge der „Operation Olivenzweig“ bisher 32 türkische Soldaten, 205 verbündete Rebellen, 219 kurdische Kämpfer und 112 Zivilisten getötet. Die Türkei weist Berichte über zivile Opfer vehement zurück. Für Medien sind die Zahlen der Beobachtungsstelle nicht zu überprüfen.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad ist entschlossen, das ganze Staatsgebiet wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Seine Truppen gehen daher seit Ende Dezember auch gegen die beiden Rebellenhochburgen Idlib und Ost-Ghuta vor. Offenbar steht die Armee kurz vor einer Bodenoffensive gegen die seit Jahren belagerte Enklave Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus.

Trotz eines internationalen Aufschreis bombardiert die syrische Armee Ost-Ghuta seit Tagen ohne Unterlass. Nachdem es am Montag bei dem blutigsten Tag seit Jahren laut der Beobachtungsstelle 127 Tote gegeben hatte, wurden am Dienstag bei Luftangriffen 106 Menschen getötet, darunter 19 Kinder. Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren an den Angriffen erstmals seit drei Monaten auch Kampfflugzeuge Russlands beteiligt.

Viele Einwohner flohen in Keller, die Krankenhäuser waren völlig überfüllt. Insgesamt wurden nach UN-Angaben seit Montag sechs Krankenhäuser bombardiert.

Die Bundesregierung forderte ein Ende der Kämpfe in Afrin und Ost-Ghuta. „Die Gefahr einer weiteren Eskalation scheint nun akut. Deshalb appellieren wir an alle Beteiligten, die Kampfhandlungen zu beenden“, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin mit.

Das US-Verteidigungsministerium zeigte sich „tief besorgt“ und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Frankreich warnte vor einer humanitären Katastrophe.

Auch die Nato äußerte „große Sorge“ mit Blick auf die Entwicklung in Syrien. Das Nato-Mitglied Türkei habe seine Bündnispartner über sein Vorgehen unterrichtet, hieß es.

Das Kinderhilfswerk Unicef zeigte sich entsetzt über die Angriffe auf schutzlose Zivilisten: „Keine Worte werden den getöteten Kindern, ihren Müttern, ihren Vätern und ihren geliebten Angehörigen gerecht“, erklärte Unicef-Generaldirektor Geert Cappelaere.

Quelle: Epochtimes

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