Die libanesische Armee hat sich kampfbereit erklärt. Die Beziehungen zu Israel sind angespannt wie beim letzten Krieg. Ein Funke könnte den Konflikt eskalieren lassen. Unter dem Vorwand, dem iranischen «Aggressor» zu begegnen, geht es um Ressourcenansprüche.

Seit dem Ende des Krieges im Jahr 2006 ist die Atmosphäre zwischen dem Libanon und Israel so angespannt wie lange nicht mehr. Die Errichtung einer Grenzmauer Israels und Angriffe auf die Hisbollah haben die Stimmung weiter angeheizt. Immer wieder erklärte Israel, dass es kampfbereit sei und denn Libanon auch notfalls zurück in die Steinzeit katapultieren würde, wenn der Iran über die Hisbollah aus dem Land eine Raketenproduktion mache. Jetzt kontert der Libanon, dass auch er kampfbereit ist und der «israelischen Aggression» zu jedem Preis begegnen werde.

General Joseph Aun von der libanesischen Armee:

Ich beteuere abermals unsere kategorische Ablehnung darüber, dass der israelische Feind die Souveränität des Libanon und sein heiliges Recht, alle wirtschaftlichen Ressourcen auszuschöpfen, beeinträchtigt. Die Armee wird jede mögliche Methode in Betracht ziehen, um jeder israelischen Aggression zu begegnen, was auch immer das kosten wird.

Zu Beginn des Monats unterzeichnete der Libanon seinen ersten Vertrag, um zwei Gebiete in der Hochsee nach Öl- und Gasvorkommen abzusuchen. Eines der Gebiete beinhaltet die Erkundungserlaubnis des sogenannten «Block 9», das 860 Quadratkilometer groß ist und auf das auch Israel Ansprüche erhebt. Der israelische Verteidigungsminister erklärte den Schritt Libanons als «sehr provokativ» und wies darauf hin, dass Block 9 unter die Souveränität Tel Avivs falle.

Die Firmen Total aus Frankreich, Eni aus Italien und Novatek aus Russland erhielten bereits von Beirut den Auftrag, die beiden Blocks auf der Hochsee zu erkunden. Der Leiter der Hisbollah, Hassan Nasrallah, erklärte seine Verteidigungsbereitschaft gegenüber libanesischen Interessen. Die Hisbollah werde israelische Öl- und Gasförderungen angreifen, wenn sie der libanesische Verteidigungsrat darum bitte. US-Diplomaten versuchten sich in der Rolle als Vermittler zwischen dem Libanon und Israel. Die Hisbollah aber stellt sich gegen die Versuche der USA als Mediator im Konflikt. Sie sind der Ansicht, dass der «Öl-Reichtum für alle Libanesen» ist.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres warnt vor einer möglichen Eskalation zwischen Israel und dem Libanon, manchmal genüge «ein Funken, um diese Art des Konflikts zu entfachen»:

Der schlimmste Albtraum wäre, wenn es eine direkte Konfrontation zwischen Israel und Hisbollah gäbe

Weiter sagt er:

Dieser Grad an Zerstörung im Libanon wäre absolut desaströs, also gibt es gravierende Sorgen rund um diese Situation.

Am Sonntag beschuldigte Netanjahu den Iran den Nahen Osten zu «verschlingen». Unterstützung erhielte der Iran vor allem durch die libanesische Hisbollah, so der Vorwurf Israels. Die Regierung in Israel ist der Ansicht, dass die Hisbollah mit Hilfe des Irans über ein Arsenal von 150.000 Raketen verfüge, mit dem sie Israel angreifen könnten. Am 10. Februar unternahm Israel die größten Lufteinsätze gegen iranische Ziele in Syrien seit 30 Jahren. Generalmajor Nitzan Alon, Leiter der IDF Einsätze, sagte, beim nächsten Kriegsausbruch würde Israel mit «maximalem Druck innerhalb kürzester Zeit» reagieren:

Das Jahr 2018 hat das Potenzial einer Eskalation, nicht notwendigerweise, weil jede Seite es so will, aber wegen der graduellen Verschlechterung. Das hat für uns dazu geführt, den Bereitschaftsgrad zu erhöhen.

Alon prognostizierte, dass der nächste Krieg auf beiden Seiten schlimm werden würde, aber er glaube nicht, dass irgendein israelischer Bürger dann mit einem libanesischen tauschen wollen würde. Der letzte große Konflikt zwischen den Nachbarländern brach im Jahr 2006 aus. Dieser dauerte 34 Tage an und endete mit einem Waffenstillstand, den die Vereinten Nationen aushandelten. Rund 1.191 Libanesen fielen dem Konflikt zum Opfer, mehr als 4.400 wurden verletzt und mindestsens 900.000 Libanesen flohen vor Krieg und Gewalt. Israel hatte 200 Opfer zu beklagen. Die meisten unter ihnen waren Soldaten.

Quelle: RT

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