Russlands Ermittlungskomitee hat laut der Sprecherin Swetlana Petrenko den Oberstleutenanten der ukrainischen Armee, Nikolaj Malomen, der Planung des Mordes an dem russischen Journalisten Anatoli Kljan beschuldigt, der 2014 bei einem Beschuss durch die ukrainische Armee bei Donezk ums Leben gekommen war.

Malomen war demnach damals Kommandeur der Division des Donezker Fla-Raketen-Regiments des Luftkommandos „Zentr“ („Zentrum“). Im Jahr 2014 habe er befohlen, das Feuer gegen einen Bus mit Soldatenmüttern zu eröffnen, in dem sich auch der Kameramann des russischen TV-Senders „Erster Kanal“ befunden hat. Kljan ist dabei verletzt worden und schließlich im Krankenwagen gestorben.

Der Oberstleutnant wurde beschuldigt, „den Mord an einer Person im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer offiziellen Tätigkeit organisiert zu haben, der in einer allgemein gefährlichen Art und Weise von einer Gruppe von Personen in vorbereitender Verschwörung vollzogen wurde, die auf politischem Hass beruhte».

Laut der Ermittlungsversion kam in der Nacht auf den 30. Juni 2014 der Bus mit den Soldatenmüttern zum Kontrollpunkt der Militäreinheit. Sie wollten sich demnach darauf einigen, ihre Söhne, die nicht im Krieg kämpfen wollten, mitzubringen. Zusammen mit den Frauen befanden sich im Bus auch Journalisten der russischen und ukrainischen TV-Sender, darunter Anatoli Kljan.

Malomen soll zwei Mal befohlen haben, das Feuer zu eröffnen, obwohl er wusste, dass sich im Bus nur nichtbewaffnete Zivilisten befanden. Ukrainische Militärs sollen den Bus mit den Sturmgewehren AK-74 beschossen haben.

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ost-Ukraine sind durch Beschuss der ukrainischen Streitkräfte vier russische Journalisten ums Leben gekommen: der Journalist Igor Korneljuk und sein Tontechniker Anton Woloschin vom Nachrichtensender Rossija 24, der Fotograf Andrej Stenin sowie der TV-Kameramann Anatoli Kljan.

Die Behörden der Ukraine hatten im April 2014 eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem nationalistischen Umsturz im Februar 2014 in Kiew ihre Unabhängigkeit erklärt hatten.

Quelle: Sputnik