Noch bevor die USA ihren angedrohten Militärschlag gegen Syrien führen, befassen sich Medien schon mit der möglichen Reaktion Russlands. Das US-Magazin „The Drive“ schildert, wie das russische Militär in Syrien zurückschlagen könnte.

Die Beitragsverfasser sind überzeugt, dass Moskau nicht bereit sei, einen militärischen Konflikt mit den USA wegen Damaskus einzugehen. Das russische Militär werde kaum US-Schiffe mit Hunderten Menschen an Bord versenken. Denn in einem solchen Fall würde sich ein Konflikt im Meer entwickeln, und Moskau sei an einer solchen Entwicklung keineswegs interessiert, so das Magazin.

Als höchstwahrscheinlich erscheint den Verfassern ein Szenario, bei dem Russland zur Beantwortung eines US-Schlages die Stellungen der Gegner des syrischen Präsidenten Baschar Assad angreift, die von den USA unterstützt werden.
Als ein besonders attraktives Ziel für Russland bezeichnet das Magazin eine Militärbasis unweit der Stadt At-Tanf in einem Grenzgebiet zwischen Jordanien, dem Irak und Syrien.

Nach Meinung der Autoren wird Moskau bei Luftoperationen höchstwahrscheinlich keine Kampfjets, sondern see- und luftgestützte Marschflugkörper einsetzen. Die Journalisten schließen dabei nicht aus, dass Russland seine neuesten Waffen, so beispielsweise Flugzeuge vom Typ MiG-31 mit Hyperschall-Raketen „Kinschal“, zeigen wird.

Westliche Länder hatten Damaskus Anfang April des Einsatzes von Chlorbomben in der Stadt Duma beschuldigt und sich dabei auf Quellen in der syrischen Opposition berufen. Wie das russische Außenministerium dazu äußerte, zielen solche Falschinformationen darauf ab, die Terroristen reinzuwaschen und mögliche Gewaltschläge von außen zu rechtfertigen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung zur Beantwortung der „C-Waffen-Attacke“ zu treffen. Er rief später Russland auf, auf einen US-Schlag gegen Syrien mit „intelligenten“ Raketen gefasst zu sein. Laut Trump sollte Moskau nicht den syrischen Präsidenten unterstützen, der „sein Volk vergast“.

Der Position der USA stimmte der französische Präsident Emmanuel Macron zu, der zuerst die Information über die „C-Waffen-Attacke“ überprüfen und dann eine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung am Schlag gegen Syrien treffen wolle.

Moskau hat indes versprochen, eine mögliche Aggression der USA zu beantworten. Wie das russische Außenministerium erklärte, könnten US-Schläge gegen Syrien alle Beweise für eine Inszenierung des angeblichen Einsatzes von C-Waffen vernichten.

Quelle: Sputnik Deutschland