Fast 90 Prozent der Russen sind der Meinung, dass Russlands Gegenmaßnahmen zur Ausweisung russischer Diplomaten absolut adäquat sind. Das ergab eine aktuelle Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM.

„Die Mehrheit der Russen (87 Prozent) vertritt die Auffassung, dass der Westen den diplomatischen Konflikt geschürt hat, um die Positionen unseres Landes in der internationalen Arena zu schwächen. Lediglich drei Prozent äußern die Meinung, dass russische Diplomaten tatsächlich wegen des Skripal-Falls zu Persona non grata erklärt wurden“, so die Umfrage.

Wie es weiter heißt, wissen 88 Prozent der Befragten von Gegenmaßnamen Russlands, wobei 53 Prozent die Situation gut kennen. Der Studie zufolge halten 89 Prozent der Befragten Russlands Antwort „in der entstandenen Situation für absolut adäquat“.

An der Studie, die am 6. und 7. April telefonisch durchgeführt wurde, nahmen 2.000 Russen ab dem Alter von 18 Jahren teil. Der statistische Fehler lag unter 2,2 Prozent.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien haben sich angesichts des Vorfalls im britischen Salisbury stark zugespitzt, wo der russisch-britische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia Anfang März vergiftet wurden.London behauptet, die beiden seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Am 26. März hatten im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf die Skripals 17 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, sowie die USA, Kanada und andere Länder aus „Solidarität“ mit Großbritannien insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten ausgewiesen. Russland reagierte in jedem Fall nach dem Prinzip „Auge um Auge“.

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