Eltern und Lehrer in NRW zeigen sich besorgt über die steigende Anzahl von Straftaten an Schulen. Die Lehrergewerkschaften fordern mehr Unterstützung aus der Politik.

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind 2017 die Straftaten, insbesondere im Bereich Gewaltdelikte, im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies geht aus der Kriminalstatistik des Landeskriminalamtes NRW hervor. Die Zahlen lösten sowohl bei bei Eltern und Lehrern als auch Vertretern der Lehrergewerkschaft und den Behörden Besorgnis aus.

Insgesamt sind an Schulen in NRW von der 1. bis zur 13. Klasse 22.913 Straftaten verübt worden. Das sind 1.072 (4,7 %) mehr als 2016. Insbesondere die Gewaltdelikte nahmen zu.

So stieg die Zahl der angezeigten Körperverletzungen 2017 auf 3.146 (Vorjahr 2.841), das sind 9,7 % mehr als 2016. Und auch die Zahl der Vergewaltigungen/sexuellen Nötigungen stieg. 2017 waren es 33 Fälle (Vorjahr 17 Fälle), das sind 48,5 % mehr als 2016.

Die Raubdelikte stiegen ebenfalls, von 91 Fällen 2016 auf 105 Fälle 2017. Die Diebstähle hingegen gingen mit 10.156 (Vorjahr 10.418) Fällen leicht zurück. Die Zahl der Verstöße gegen das Waffengesetz stieg hingegen auf 159 (Vorjahr 122).

Gewalt gegen Lehrpersonal tritt immer häufiger auf

Dabei geht es nicht immer nur um Gewalt zwischen den Schülern, sondern auch gegenüber dem pädagogischen Fachkräften.

„Gewalt an Schulen, auch gegenüber Lehrkräften, war lange ein Tabu-Thema“, sagte VBE-Landeschef Stefan Behlau der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Die Zunahme der Straftaten mache deutlich, wie wichtig Vorbeugung sei.

Es ist überfällig, dass die Politik Schulen die nötige Unterstützung bietet. Wir brauchen flächendeckend Schulpsychologen, Sozialarbeiter und weiteres pädagogisches Unterstützungspersonal“, so Behlau.

Auch die Landesvorsitzende der GEW, Dorothea Schäfer, forderte den Einsatz von zusätzlichen Schulpsychologen. Die Lehrer benötigten für Gewaltprävention mehr Unterstützung. Insgesamt würden die Sitten an den Schulen rauer, Respektlosigkeiten nähmen zu.

Hemmschwelle zu gewalttätigem Verhalten sinkt

„Die Hemmschwelle sinkt“, sagte Schäfer der Zeitung. Sie erkenne einen fatalen Trend, über soziale Medien wie Facebook andere Menschen zu kritisieren und zu beleidigen. Es häuften sich im Internet auch die beleidigenden Kommentare mit Schulbezug.

Das NRW-Kultusministerium erklärte auf Anfrage der Rheinischen Post: „Die vom LKA vorgelegten Zahlen zeigen eine Entwicklung auf, die Besorgnis auslösen muss.“ Die Zielsetzung der Landesregierung sei klar: „Schulen sind Orte, an denen physische und psychische Gewalt keinen Platz haben dürfen.“

Quelle: Epochtimes

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