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Alexander Schulgin, russischer Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), erklärte in einer Rede am Montag in Den Haag, es sei «höchstwahrscheinlich», dass der angebliche chemische Angriff in Duma von britischen Geheimdiensten organisiert worden sei.

Damit spielte Schulgin auf die Aussage der britischen Premierministerin Theresa May an, die im angeblichen Vergiftungsfall der Skripals von einer «höchstwahrscheinlichen» Schuld Russlands sprach, ohne dafür Beweise vorzulegen, und auf dieser Grundlage Sanktionen wie die Ausweisung russischer Diplomaten verhängte.

Der Begriff «höchstwahrscheinlich» ist seither unter russischen Vertretern zu eine Art Running Gag geworden und markiert ein neues politisches Tief in der Eiszeit zwischen Russland und dem Westen. Ebenso behandeln London wie die anderen Teilnehmerstaaten des jüngsten Militärschlages gegen Syrien die Durchführung des vermeintlichen Giftgasangriffes durch die syrische Regierung als Tatsache. Auch dafür legte weder England noch Frankreich oder die USA Beweise vor. Alle berufen sich lediglich auf Angaben der aus diesen Ländern selbst finanzierten, höchst umstrittenen «Weißhelme».

Schulgin kommentiert selbst sarkastisch zu seiner «höchstwahrscheinlichen» Annahme: «Und was die Frage nach den Beweisen angeht, so sagen unsere britischen Partner, wenn sie Ihnen die gleiche Frage stellen: ‘Glauben Sie einfach unseren Worten.’ Also sage ich Ihnen ebenfalls: Glauben Sie einfach meinen Worten.»

Schulgin erklärte wörtlich: «Wer bezahlt, kann jede Musik bestellen, die ihm gefällt», und erklärte weiter, dass die sogenannten Weißhelme von den USA und Großbritannien finanziell unterstützt werden. Der Islamisten-nahe vermeintliche Zivilschutz hätte laut Russland «inszeniertes Filmmaterial» präsentiert und Schulgin nannte die Aktion eine «große Provokation».

Zu den Behauptungen, die auch in Medien verbreitet wurden, wonach Russland das Untersuchungsteam der OPCW nicht in die Stadt Duma, den Ort des angeblichen Giftgasangriffes, lassen würde, sagte er: «Diese Behauptung, dass Russland die Ankunft der OPCW-Experten verhindere, ist eine eklatante Lüge. Wissen Sie, Russland und Syrien haben gemeinsam dem technischen Sekretär vorgeschlagen, sofort ein Expertenteam nach Ghuta zu schicken, um festzustellen, was dort passiert ist. […] Und als die Experten der OPCW ihre Vorbereitungsarbeiten in Beirut durchführten und am nächsten Tag nach Damaskus und nach Duma aufbrachen, führten unsere amerikanischen Partner, ohne mit der Wimper zu zucken, diesen Angriff durch. Stellen wir uns also die Frage, wer den internationalen Experten bei der Aufnahme ihrer Arbeit im Wege steht und wer ihnen hilft? Ich denke, die Antwort ist klar: Es sind die Amerikaner, die Briten und die Franzosen, die ihnen im Weg stehen.»

Am 10. April beschloss die OPCW, ein Team ihrer Experten zu entsenden, um eine Untersuchung vor Ort an der östlichen Peripherie der syrischen Hauptstadt durchzuführen, da mehrere Westmächte, angeführt von den Vereinigten Staaten, behaupten, dass die syrische Regierung am 7. April chemische Substanzen, wahrscheinlich Chlor und Sarin, eingesetzt hätte. Die russischen Behörden haben inzwischen verlautbart, dass ihre Offiziere vom Zentrum für Versöhnung der Oppositionsparteien in Syrien am 9. April Duma besucht, aber dort keine Spur angeblich verwendeter chemischer Waffen gefunden haben.

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