US-Präsident Donald Trump hat den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Atomdeal mit dem Iran verkündet — und damit heftige Kritik seitens seiner Verbündeten provoziert. Nun hat auch Bundesaußenminister Heiko Maas angekündigt, dem US-Ausstieg aus dem Abkommen nicht folgen zu wollen.

Deutschland bleibe in dem Atomabkommen, so Maas.

«Wir bleiben der Nuklearvereinbarung verpflichtet — schon aus eigenem sicherheitspolitischem Interesse», erklärte der SPD-Politiker in Berlin.

Der US-Ausstieg aus dieser internationalen Vereinbarung sei dabei bedauernswert und auch nicht nachzuvollziehen.

 

Es sei im Moment nicht klar, was nach Auffassung Washingtons an die Stelle des Abkommens treten solle.

Wichtig sei zurzeit in diesem Zusammenhang für alle Akteure «einen kühlen Kopf» zu bewahren. Eine «unkontrollierte Zuspitzung» der Lage im Nahen Osten müsse unbedingt vermieden werden.

Maas appellierte dabei auch an Teheran, sich weiterhin an die Vereinbarung zu halten.

«Deshalb rufen wir Teheran dazu auf, weiter besonnen zu handeln», erklärte der deutsche Außenminister.

Der Atomdeal mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen im Juli 2015 zwischen Teheran, den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland geschlossen worden.

Er sollte verhindern, dass Iran Atomwaffen entwickelt und beinhaltete hierfür deutliche Beschränkungen für die Urananreicherung sowie regelmäßige internationale Kontrollen der iranischen Atomanlagen.

Nachdem die iranische Seite diese Bedingungen erfüllt hatte, hoben die Vereinten Nationen, die USA und die EU die im Atomstreit verhängten Finanz- und Handelssanktionen wieder auf.

Mit dem US-Ausstieg aus dem Abkommen könnte der gesamte Atomdeal nun vor einem Kollaps stehen. Trump drohte Iran bereits mit «machtvollen Sanktionen», Teheran erklärte, er könne die Urananreicherung wieder starten.

Метки по теме: ; ; ; ;