Wer ist Muktada al-Sadr, der auf den Sieg dessen Sairun-Bündnis bei den Parlamentswahlen im Irak auf den Sieg zusteuert und das bereits nach den ersten offiziellen Ergebnissen in Führung lag.

Al-Sadr, ein 44 Jahre alter schiitischer Geistlicher, genießt unter anderem bei Teilen der jungen Generation und bei den armen Bevölkerungsschichten hohes Ansehen.

Als Anführer einer Miliz kämpfte er ab 2003 gegen die USA, sein Vater — ein Großajatollah — war 1999 von Unbekannten erschossen worden. Al-Sadr hat sich unter anderem den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben und kritisiert den etablierten Politikbetrieb in Bagdad scharf. Die erheblichen konfessionellen Spannungen — nicht zuletzt zwischen Schiiten und Sunniten — will al-Sadr überwinden. Im Vorfeld der Parlamentswahlen einigte er sich mit den Kommunisten und säkularen Politikern auf eine Zusammenarbeit.

Zum Iran hat er ein gespaltenes Verhältnis. Eine Einmischung Teherans in irakische Angelegenheiten verbittet er sich und suchte zugleich die Nähe Saudi-Arabiens.

Der Irak unter al-Sadrs Führung? „Sadrs Bündnis ist nicht anders als andere. Nichts wird sich ändern. Es ist dasselbe Elend», meint ein Iraker.

Der bisherige Ministerpräsident Haider al-Abadi hat die angestrebte Wiederwahl wohl verpasst. Sein vermeintlicher Trumpf des Sieges über die Miliz Islamischer Staat stach nicht. Al-Abadi gratulierte al-Sadr bereits zum Sieg.

euronews

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