Meinung von der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa in Bezug auf die Situation um die mögliche Einreise nach Russland des ARD-Journalisten Hajo Seppelt .
Die Bundesregierung war enorm aufgeregt über das russische Visum für den ARD-Journalisten Hajo Seppelt. Es gab Erklärungen auf allen Ebenen, einfach unglaublich. Denn gerade Berlin erinnert uns stets an die Unabhängigkeit der Medien.

Ich plädiere immer für Meinungsfreiheit und Unzulässigkeit jeglicher Einschränkungen für die Arbeit der Medien. Aber ein Visum zu erteilen oder nicht zu erteilen, ist ein souveränes Recht eines Staates. Zumal wenn es um einen Visumsantrag des Menschen geht, der in engem Kontakt zu einem WADA-Informanten stand, der seinerseits massiven Schaden unschuldigen Menschen — „sauberen“ Athleten und Paralympikern — zugefügt hat. Und nun stellte es sich heraus, dass seine Aussagen größtenteils nur verbrecherische Fantasien sind.

Es ergibt sich ein interessantes Bild: Der Staat, der russische Medien stets unter anderem für antideutsche Propaganda und staatliche Förderung verantwortlich macht, schlägt Alarm, wenn der eigene Journalist, der sich erlaubte, Russland anzupöbeln, Schwierigkeiten damit hat, ein russisches Visum ausgestellt zu bekommen.

Haben Sie jemals Erklärungen des offiziellen Berlin mit Kritik an den EU-Bruderstaaten gehört, die längst eine diskriminierende Politik in Bezug auf russische Journalisten betreiben?
Wie hat die deutsche Bundesregierung den verweigerten Eintritt für RT und Sputnik in den Élysée-Palast kommentiert? Eine ständige freche Beschimpfung russischer Massenmedien als „Kreml-Propaganda“ und die Drohungen, aus diesem Grund ihnen die Sendelizenz in Großbritannien zu entziehen?

Die Aufnahme russischer Massenmedien in die Listen von ausländischen Agenten in den USA, was ihre Arbeit dort extrem erschwert hat? Ok, das kann man noch als Nichteinmischung Deutschlands in die Angelegenheiten seiner Partner ausgeben. Aber eher natürlich nicht.

Die verweigerte Zulassung der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“ zum informellen EU-Gipfel in Tallinn ist schon eine EU-interne Geschichte, auf welche deutsche Kämpfer für Meinungsfreiheit reagieren sollten. Unzählige Verbote, Abschiebungen, Durchsuchungen, Inhaftierungen und Beschlagnahmen russischer Massenmedien in der Ukraine konnten der Aufmerksamkeit Deutschlands mit Blick auf seine Rolle in den Geschicken des ukrainischen Staates nicht entgehen.

Hat die deutsche Bundesregierung diese Vorgehensweise ihrer Partner beurteilt? Nicht.

Wir gehen davon aus, dass wir von Berlin eine klare Position zu massiven Verletzungen von Rechten russischer Journalisten in allen oben genannten Fällen erwarten können, insbesondere im Hinblick auf die Razzia ukrainischer Sicherheitskräfte an Arbeits- und Wohnorten von Journalisten der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“.

Keine entpersonifizierten Kommentare nach dem Motto „ Nicht zu verstehen geben, dass wir Kiew kritisieren“, die heute vom deutschen Auswärtigen Amt abgegeben worden sind. Sondern klare und eindeutige Aussagen über den Informationsterrorismus der Banditen aus Kiew.

Genauso deutlich, wie man in Berlin den Namen „Seppelt“ nannte, sollen auch die Namen „Borodin“, „Wischinskij“, „Lisenko“, etc. genannt werden.
Wenn eine derartige Reaktion nicht folgt, wird es offensichtlich, dass Berlin Seppelt nicht wegen seines globalen Bekenntnisses zur Medienfreiheit, sondern ausschließlich wegen seiner antirussischen Tätigkeit unterstützt.

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