Der sogenannte „schiitische Koridor“, eine der zahlreichen Angstvisionen der US-Außenpolitik im Nahen Osten, nimmt weiter Gestalt an. Im Irak, der seit der anglo-amerikanischen Invasion 2003 ein mehr schlecht als recht kontrolliertes US-Protektorat ist, hat sich jetzt bei der Parlamentswahl ausgerechnet die schiitische Liste des Geistlichen Muktada al-Sadr durchgesetzt. Von einem «Magenschwinger für Washington» schreibt das Nachrichtenmagazin Zuerst!

 

Auf Platz zwei folgt der Politiker Hadi al-Amiri, dessen schiitische Milizen eng mit dem Iran verbunden sind. Der bisherige US-freundliche Regierungschef Haider al-Abadi kam nur auf Platz drei.

Es war die erste Parlamentswahl nach dem Sieg über die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Irak. Ein wichtiges Thema im Wahlkampf war die seit der Entmachtung Saddam Husseins 2003 weitverbreitete Korruption.

Der 44 Jahre alte Wahlsieger al-Sadr gilt als „umstritten“ – was im Klartext heißt, daß er von Washington und Tel Aviv nicht als Wunschkandidat betrachtet wird. Nach dem Sturz Saddam Husseins bekämpfte Sadr die US-Truppen. In den vergangenen Jahren – nach einem Relgionsstudium im Iran – wandelte er sich zu einem der schärfsten Kritiker des von den USA unterstützten politischen Establishments in Bagdad. Mit seiner Wahl verfestigt sich die schiitische Achse zwischen Iran und Irak, deren Einfluß im Zuge der iranischen Intervention im Syrien-Konflikt mittlerweile bis ans Mittelmeer reicht. Auch bei der Parlamentswahl im Libanon konnte sich unlängst die schiitische Hisbollah durchsetzen.

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