Wenn man antisemitische oder den Holocaust leugnende Äußerungen liest, erwartet man nicht, dass diese von einer Person kommen, die eine Stelle als Diplomat eines europäischen Landes ausübt.

Doch genau das ist bis vor kurzem in Hamburg der Fall gewesen. Der Ukrainer Wassyl Maruschtschinez war bis zum 14. Mai 2018 im Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg als Konsul tätig.

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Zwei Tage, nachdem der ukrainische Journalist Anton Schariy einen Beitrag über den ukrainischen Konsul auf YouTube veröffentlicht hatte, suspendierte der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin den Diplomaten vom Dienst und ordnete ein Disziplinarverfahren an.

In seinem Beitrag zeigte Anatoliy Schariy das Facebook-Profil von Maruschtschinez und dessen zahlreiche antisemitische Posts. Die nur für Facebook-Freunde sichtbaren Posts konnte Schariy sehen, weil es ihm gelang, sich in den Freundeskreis des Diplomaten einzuschleusen. Maria Janssen geht nun der Frage nach, wie ein bekennender Antisemit eine Aufenthaltsgenehmigung als Konsul in Deutschland erhalten konnte.

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