Die Deutsche Kriegsgräberstätte Sewastopol-Gontscharnoje ist mit einer Fläche von fünf Hektar einer der größten deutschen Soldatenfriedhöfe in Russland. Die elf Teilnehmer des Freundschaftszugs Berlin-Moskau zur Fußball-WM, die die Krim besuchten, legten hier am 07. Juni Blumen nieder und hielten eine Gendenkminute ab.

Von Hans-Georg Schnaak

Gleich am Eingang des sehr gepflegten Geländes befindet sich eine große Tafel mit den Namen von hier beigesetzten deutschen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Unten auf der Tafel steht „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Kassel 2006“.

Die Fläche des 2001 eingeweihten Friedhofs hatte die Stadtverwaltung Sewastopol zur Verfügung gestellt. Die asphaltierte Straße, die  zum Friedhof führt, hat der Volksbund gebaut.

Die Belegungsfläche bietet Raum für 40.000 Gefallene. Bislang haben hier mehr als 24.000 Kriegstote ihre letzte Ruhestätte erhalten.

Wie der Vorsitzende der Krimdeutschen-Gemeinde und Abgeordnete des Staatsrates der Republik Krim Juri Gempel, der die deutschen Gäste hierher begleitet hat, sagte, hat die Deutsche Kriegsgräberfürsorge bis 2014 finanziell zur Erhaltung des Friedhofs beigetragen. Seit der Wiedervereinigung der Krim mit Russland  sei kein einziger Euro mehr geflossen.

In einem Lagerraum stünden Säcke mit den Überresten von 60 deutschen Soldaten, die bei der Suche nach Kriegstoten gefunden worden seien. Eine Beisetzung sei aber nicht möglich, da entsprechend einer Vereinbarung dazu auch die Zustimmung der deutschen Seite erforderlich sei. Wegen der Sanktionspolitik werde diese aber nicht gegeben. Die Kriegsgräberfürsorge habe jegliche Kontakte abgebrochen. Russland hat die alleinige Finanzierung des Friedhofes für deutsche Soldaten, die das Land einst in einem grauenhaften Krieg überfallen hatten, übernommen.

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