Die mazedonische Regierung hat Präsident Gjorge Ivanov vorgeworfen, seinem eigenen Volk geschadet zu haben und den Beitritt Mazedoniens in die EU und Nato verhindern zu wollen. Ivanov hatte sich zuvor geweigert, der vor Kurzem beschlossenen Umbenennung Mazedoniens zuzustimmen.

In einer Ansprache am Mittwoch weigerte sich Ivanov, den „schädlichen“ Vertrag zwischen Skopje und Athen zu unterschreiben. Er warnte zudem davor, die strategischen Ziele der Republik wie den gewünschten EU- und Nato-Beitritt zu instrumentalisieren.

Darauf folgte eine scharfe Kritik aus dem mazedonischen Ministerkabinett: „Präsident Ivanov hat kein Verantwortungsgefühl und unternimmt unzulässige Manipulationen, mit denen er dem Staat und den Bürgern schadet“, hieß es. Der Präsident arbeite nicht auf die Aufnahme seines Landes in die EU und die Nato hin, was für die Bürger des Landes Priorität sei.

„Anstatt die mazedonische Zukunft aufzuhalten und unser Land in Richtung Isolation zu lenken, wäre es am besten, wenn sich Ivanov selbst von der politischen Szene isoliert“, so die Regierung weiter.

Der mazedonische Premier Zoran Zaev hatte am vergangenen Dienstag mitgeteilt, dass der jahrzehntelange Namensstreit mit Griechenland beigelegt worden sei. Er habe zusammen mit seinem griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras eine Lösung gefunden: Die ehemalige jugoslawische Republik soll künftig Republik Nordmazedonien heißen.

Wegen des Streits hatte die griechische Regierung bislang die Bestrebungen Mazedoniens, der EU und der Nato beizutreten, blockiert. Der Namensstreit hatte im Jahr 1991 mit der Unabhängigkeitserklärung der jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien unter dem Namen Republik Mazedonien begonnen. Athen protestierte gegen diesen Namen und begründete dies mit der Befürchtung, Skopje könnte die griechische Region Makedonien für sich beanspruchen. Offiziell wird der Staat bislang als „ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ bezeichnet.

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