Nach Angaben der Augsburger Allgemeinen könnte die Bayerische CSU ihren parlamentarischen Block mit der CDU verlassen, nachdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen Kompromiss mit den Verbündeten in der Migrationspolitik gefunden hatte.

«Wir sind nicht weit von einem Bruch entfernt», zitierte die Augsburger Allgemeine den genannten Gesetzgeber.

Zuvor hatte Innenminister Horst Seehofer (CSU) seinen «Masterplan für Migration» vorgeschlagen, eine Blaupause, die eine harte Linie zu diesem Thema darstellte. Das Projekt, mit dem die Behörden Migranten, die die deutschen Grenzen erreichen, ablehnen können. Der Konflikt um den Plan gefährdete die Koalitionsregierung, die nur drei Monate gearbeitet hatte.

Seehofer warnte in der Sitzung der CSU-Landesgruppe, er werde notfalls per Ministerentscheid handeln und dazu am Montag den Auftrag des CSU-Vorstandes einholen. Die Bundeskanzlerin warb ihrerseits vor den CDU-Abgeordneten um Unterstützung. Nach dpa-Informationen bat sie um Vertrauen bis zum EU-Gipfel am 28. und 29. Juni in Brüssel. Bis dahin will Merkel tiefgreifende Fortschritte für eine gemeinsame Asylregelung in der EU erreichen.

Das Koalitionsabkommen wurde am 12. März von Merkel, der CDU, Horst Seehofer, CSU-Chef und SPD-Chef Olaf Scholz nach langen und komplizierten Verhandlungen unterzeichnet.

Die letzten Parlamentswahlen in Deutschland fanden im September 2017 statt. Der Block der CDU mit ihrer Schwesterpartei CSU gewann die Wahl mit 33 Prozent der Stimmen oder 246 Sitzen im Parlament, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit.