Die Rache der Sozialisten am früheren spanischen „Caudillo“ Francisco Franco (1892 – 1975) nimmt jetzt Konturen an. Der neue sozialistische Regierungschef Pedro Sanchez will nun ernst machen und die Gebeine Francos nach jahrzehntelangen Debatten noch in diesem Sommer exhumieren und umbetten lassen. Das berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! am Freitag.

Der spanische Caudillo Franco 1966

Der Leichnam soll voraussichtlich bereits im Juli von der weltweit bekannten Gefallenen-Gedenkstätte „Valle de los Caídos” (Tal der Gefallenen) nördlich von Madrid an einen noch unbekannten Ort verlegt werden, berichtet die Zeitung „El Mundo” unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Umbettung hat einen knallharten geschichtspolitischen Hintergrund. Das Valle de los Caídos gilt bis heute als Pilgerstätte für Franco-Anhänger. Neben dem „Caudillo“ sind dort mehr als 30.000 Kämpfer und Soldaten begraben, die auf beiden Seiten des Spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) gefallen waren.

Bereits unlängst hatte Sanchez betont: „Ich denke, daß es in einer reifen, europäischen Demokratie wie der unseren keine Symbole geben darf, die die Spanier trennen.” Das Monument solle in einen „Ort der Versöhnung” umgewandelt werden. Die Familie Francos solle entscheiden, wo der Leichnam künftig bestattet sein soll.

Bereits 2017 hatte das Parlament in Madrid einen Antrag der Sozialistischen Partei (PSOE) zu der Umbettung angenommen. Die damals regierende konservative Volkspartei war aber nicht verpflichtet, dem Antrag Folge zu leisten. Nachdem die Sozialisten nun seit wenigen Wochen wieder an der Macht sind, wollen sie das Thema mit Nachdruck auf die Tagesordnung bringen und endlich Nägel mit Köpfen machen.

 

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