Trotz der ungebrochenen West-Fixiertheit der politischen Führung der Bundesrepublik bahnt sich im Windschatten der aktuellen transatlantischen Verwerfungen eine Intensivierung der eurasischen Wirtschaftsbeziehungen an. Nach seinem Auftritt beim „16 plus 1“-Treffen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist der chinesische Präsident Li Kequiang nach Berlin weitergereist, wo er ebenfalls für eine engere ökonomische Verflechtung warb. Bei dieser Gelegenheit wurden deutsch-chinesische Wirtschaftsverträge im Wert von 20 Milliarden Euro unterzeichnet.

Gemeinsame Gesprächsgrundlage waren die verschlechterten internationalen Handelsbedingungen infolge der jüngsten amerikanischen Strafzölle. Sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch der Gast aus China bekannten sich einem reibungslosen Freihandel. Li sagte wörtlich: „Wir stehen zum Freihandel, zum Multilateralismus.“

Peking hat dieser Tage als Reaktion auf die US-Strafzölle ebenfalls Sonderabgaben auf US-Erzeugnisse in Kraft gesetzt.

Am Rande der deutsch-chinesischen Konsultationen wurden in Berlin 22 Regierungs- und Wirtschaftsvereinbarungen unterzeichnet. Die wichtigste ist die über den Bau einer Fabrik für Batteriezellen für Elektroautos im thüringischen Erfurt. Der chinesische Hersteller CATL will dort in einem ersten Schritt einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Der erste große Kunde ist BMW: der bayerische Autobauer will in Erfurt Batteriezellen für 1,5 Milliarden Euro einkaufen. Dies sei „ein wichtiger Tag für Thüringen“, sagte Merkel, bedauerte aber gleichzeitig den Vorsprung Chinas in diesem Bereich. „Wenn wir es selbst könnten, wäre ich auch nicht traurig.“

In China gibt es derzeit mehr als 5000 deutsche Unternehmen. Die Volksrepublik ist seit zwei Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner.

 

 

Quelle: Zuerst!

 

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