Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in einem Interview für das Magazin „Stern“ an Angela Merkel scharfe Kritik geübt. Schröder hat seiner Nachfolgerin unter anderem Führungsschwäche und eine gescheiterte Russland-Politik vorgeworfen. Außerdem hat der Altkanzler für eine Begrenzung der Amtszeit des Bundeskanzlers plädiert.

Vor allem warf Schröder Merkel Führungsschwäche vor. Der Anlass dafür war der jüngste Streit zwischen der Bundeskanzlerin und Bundesinnenminister Horst Seehofer über die Asylpolitik. Niemals dürfe sich ein Kanzler ein Ultimatum von einem Minister setzen lassen, so Schröder. Bei einem nicht auflösbaren Streit gibt es laut dem Altkanzler für einen Regierungschef zwei Möglichkeiten: „Entweder er zwingt den Widersacher über die Verbindung der Vertrauensfrage mit einer Sachfrage in die Solidarität. Oder er entlässt den Minister“.

Schröder forderte außerdem eine Begrenzung der Amtszeit des Bundeskanzlers. „Zwei Perioden, acht Jahre. Ich finde, das wäre nicht schlecht“, sagte er gegenüber „Stern“.

Der Altkanzler übte außerdem deutliche Kritik an der Russland-Politik der Bundesregierung. Schröder äußerte seine Zweifel, dass Bundesinnenminister Heiko Maas fähig sei, mit Russland Diskussionen zu führen. Die SPD müsse aufpassen, „dass das Alleinstellungsmerkmal Ostpolitik nicht okkupiert wird von der Kanzlerin“, so Schröder.

Bei den Sozialdemokraten sieht der Ex-Kanzler zwei potenzielle Kanzlerkandidaten, und zwar Bundesfinanzminister Olaf Scholz und den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil. In der CDU sehe er den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet als geeigneten Anwärter auf die Nachfolge der Kanzlerin.

 

 

 

Quelle: Sputnik

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