Der Sondervertreter des russischen Präsidenten, Sergej Iwanow, der vor zehn Jahren den Posten des Vizepremiers bekleidete, ist in einem Interview mit der Zeitung „Kommersant“ unter anderem auf die Einstellung und Reaktion der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice auf den bewaffneten Konflikts in Georgien von 2008 eingegangen.

 

 

 

Zwar habe Rice nach den Ereignissen von 2008 behauptet, die USA seien in den Angriff auf Südossetien nicht verwickelt, sagte er. Allerdings hätten die anschließende Entwicklung und die Reaktion des Westens gezeigt, dass sich alle durchaus im Klaren gewesen seien, wer für die Entfesselung des Konflikts verantwortlich war.

„Sie (Rice) hat selbstverständlich gestanden, dass dies eine Initiative von Saakaschwili war, dass er an dem Krieg schuld ist. Das war aber privat, in einem privaten Gespräch und ohne Mikrofon. Sie hat faktisch zugegeben, dass sich Saakaschwili von der Leine losgerissen hat», so Iwanow.

Außerdem habe Rice ihm noch vor dem Konflikt mehrmals versichert, dass Saakaschwili „die rote Linie» in Bezug auf Südossetien nicht überschreiten würde. Davon habe die damalige US-Außenministerin 2007 bei privaten Gesprächen mit ihm gesprochen.

Anfang der 1990er Jahre hatte Georgien bei einem bewaffneten Konflikt die Kontrolle über Südossetien verloren. Seitdem bemüht sich die Teilrepublik darum, dass ihre Unabhängigkeit anerkannt wird. Tiflis sieht dieses Territorium jedoch als sein Staatsgebiet an und bietet Südossetien lediglich eine Autonomie an. Entsprechend einem Abkommen zwischen Russland und Georgien wurden in der Region des georgisch-ossetischen Konflikts so genannte Gemischte Kräfte zur Einhaltung des Friedens stationiert.

Die Lage in der Konfliktzone verschärfte sich in der Nach auf den 8. August 2008, als die georgische Armeen die südossetische Hauptstadt Zchinwal angriff. Auch russische Friedenstruppen gerieten unter Beschuss. Die Regierung in Tiflis erläuterte diese Handlungen mit „der Wiederherstellung der Verfassungsordnung». r

Moskau musste sich in den Konflikt einmischen, wobei russische Truppen die Gebiete, die südlich von Abchasien und Südossetien liegen, unter ihre Kontrolle nahmen. Der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew gab bekannt, dass russische Friedenstruppen an einem Einsatz zur „Friedenserzwingung» teilnahmen. Nach dem Abschluss der Kampfhandlungen erkannte Russland die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien an.

 

 

Quelle: Sputnik 

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