Nach Angaben des Springer-Blattes «BILD» gab ein Justizbeamter die Weitergabe des Haftbefehls gegen den dringend Tatverdächtigen Messerstecher, der am Wochenende einen Deutschen mit dutzenden Messerstichen abschlachtete. I m Gegensatz zum dringend des Mordes tatverdächtigen Irakers  durchsuchte diesmal die Polizei seine Wohnung und beschlagnahmte sein Handy.  Der Beamte gab danach dem Springer-Blatt ein Interview, wo er zugab den Haftbefehl an Freunde des getöteten Deutschen, der Gruppierung «Pro Chemnitz» sowie Kollegen aus der Justiz weitergegeben zu haben.

 

Ich habe den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben, weil ich wollte, dass die Wahrheit und nur die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit kommt.

Und weiter:

Es wurde so viel in den Medien über die Tat und deren Hintergründe spekuliert. Polizei und Justiz haben kaum Informationen gegeben. Ich wollte wissen, was wirklich passiert ist, habe den Haftbefehl, der nach der Einlieferung noch im Zugangsbereich auslag, abfotografiert.

Offenbar sprach Zabel nach Angaben von RT Deutsch auf Anraten seines Dresdner Anwalts Frank Hannig mit der BILD. Der Anwalt habe ihm zu einer «Flucht nach vorn» geraten. Die BILD zitiert den Anwalt mit den Worten: «Mit der öffentlichen Stellungnahme will mein Mandant jeden Verdacht, er würde etwas vertuschen oder verdunkeln, ausräumen. Er steht zu seiner Tat und wird die Konsequenzen tragen.»

Der Anwalt ist kein Unbekannter in Dresden. Der Dresdner Jurist half auch schon der Stasi und Pegida. Als Christdemokrat verklagte er die Kanzlerin. Gegen Zabel wird wegen «Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht» (§353b des Strafgesetzbuches) ermittelt. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe.