Immer mehr Länder versuchen, den Dollar aufzugeben oder zumindest ihre Abhängigkeit von der US-Währung zu schwächen, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». Dieser Trend wird durch die Schutzpolitik des Weißen Hauses und die ständigen Handelskonflikte zwischen den USA und anderen Staaten verursacht. Der Dollar verliert nach und nach den Status der Weltwährung — und dies droht den Amerikanern ernsthafte Konsequenzen, — warnt der Analyst Ronald-Peter Stöferfer.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs genießt der Dollar einen Sonderstatus, — schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». Der Handel mit Öl und anderen Rohstoffen erfolgt ausschließlich in US-Dollar. Ohne so genannte Petrodollars, für die schwarze Goldgräber US-Staatsanleihen kaufen, hätten die Amerikaner einen solchen Schuldenberg ohne einen finanziellen Druck nicht aufbauen können, — erklärt Ronald-Peter Stöferle, Analyst bei der Investmentgesellschaft Incrementum.

Aber jetzt beginnen viele Länder, den Dollar aufzugeben, fährt die Veröffentlichung fort. Im Vordergrund stehen Russland und China. Und selbst die Schaffung des Euro kann als ein Schritt in eine ähnliche Richtung interpretiert werden, glaubt der Analyst. «Dedollarisierung» ist ein langsamer Prozess, der «die Umwandlung der Währungswelt vom amerikanischen Zentrum in ein multipolares zeigt».

Die Wahl von US-Präsident Donald Trump könnte einen großen Einfluss auf diesen Prozess haben, sagt Stöferle. Unter der Parole «Amerika zuerst» hat der Chef des Weißen Hauses keine Angst, sich in Handelskonflikte einzumischen. Aber je mehr protektionistische Maßnahmen die Amerikaner ergreifen, desto geringer ist der Dollarumsatz. Vergessen Sie nicht die Erhöhung des Zinssatzes der Federal Reserve Bank, erinnert sich der Analyst. Länder mit hohen Schulden in Dollars stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten. Die Tatsache, dass Trump seine Währung als ein Instrument der Macht verwendet, trägt zur Ablehnung in anderen Teilen der Welt bei.

Immer mehr Staaten fordern die Dominanz des Dollars heraus, fährt die Publikation fort. Russland und China versuchen, in Rubel und Yuan zu tauschen, und nicht in Dollar. Der Chef des Kremls, Wladimir Putin, betonte 2014, dass Öl und Gas für die russische Währung verkauft werden müssten, wodurch das Monopol der US-Währung untergraben würde. Darüber hinaus verkauft Moskau US-Staatsanleihen und kauft stattdessen Gold, — sagt Stöferle.

China schloss auch eine große Anzahl von Verträgen über die Lieferung von Öl mit Zahlung in RMB ab. Darüber hinaus begann Peking in diesem Jahr, Öl-Futures in seiner Währung zu handeln. Ein wichtiges Zeichen für Chinas Wunsch, ein «multipolares System von Reservewährungen» zu schaffen, ist der Auftritt der Shanghai Gold Exchange, unterstreicht der Analyst. Darüber hinaus hat Peking zugestimmt, dass die Finanzierung einiger der großen Infrastrukturprojekte, die auf dem jüngsten Forum der chinesisch-afrikanischen Zusammenarbeit vereinbart wurden, in Renminbi umgesetzt wird.

Der Dollar verliert allmählich den Status der Weltwährung, und dies kann in den USA zu weitreichenden Konsequenzen führen, prognostiziert Stöferle. Infolgedessen könnte die Nachfrage nach Dollar sowie US-Staatsanleihen deutlich sinken. Dies wiederum wird zu einem Anstieg der Inflation und einem Anstieg der Zinssätze führen. Wenn China den größten Teil seines Öls in RMB kauft, wird es das Interesse an US-Anleihen verlieren. Ähnliche Prozesse können im Nahen Osten auftreten, — warnt der Analyst.

 

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