Die deutsche „Flüchtlings“-Hilfsorganisation „Sea-Watch“ ist mit einem neuen Schiff im Mittelmeer unterwegs. Die „Mare Jonio“ fahre unter italienischer Flagge, so die Organisation. Die Besatzung soll „Flüchtlings“boote ausfindig machen und Migranten illegal an Bord nehmen.

Weil die italienischen Behörden inzwischen genau hinschauen und die Schlepperschiffe nicht mehr in italienischen Häfen einlaufen lassen, wollen es die Schlepper-Aktivisten jetzt mit einer neuen Masche versuchen: anders als bei früheren Einsätzen sollen die Illegalen nicht mehr selbst gerettet und nach Europa gebracht werden – vielmehr will die Besatzung der „Mare Jonio“ „Flüchtlings“boote künftig auf dem Meer ausfindig machen und sichern, bis Hilfe kommt.

Das neue Schiff von „Sea-Watch“ mißt 37 Meter und ist damit etwa halb so groß wie das bislang letzte im Mittelmeer aktive Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius“.

Die „Mare Jonio“ sei von Italien aus gestartet und werde vor Libyen im Einsatz sein, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen NGO „Sea-Watch“. Das Schiff soll auch Propagandaaufgaben wahrnehmen: es soll unter anderem Zeugenberichte sammeln und aufzeigen „wie Frauen, Männer und Kinder enormen Gefahren ausgesetzt sind“, weil es keine Rettungsschiffe mehr gebe, hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren.

Unterdessen kam das Schlepperschiff „Aquarius“ in Marseille an und sucht weiter nach einem neuen Flaggenstaat. „Wir rufen die europäischen Regierungen auf, es uns zu ermöglichen, unsere lebensrettende Arbeit fortzusetzen, indem sie der Aquarius eine Flagge geben“, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. Der bisherige Flaggenstaat Panama hatte auf Druck der italienischen Regierung angekündigt, das Schiff aus seinem Schiffahrtsregister zu streichen und ihm somit die Flagge zu entziehen. Wenn das geschieht, wäre das Schiff, das seit der Registrierung in Panama offiziell „Aquarius 2“ heißt, bis auf weiteres erfolgreich aus dem Verkehr gezogen.

Zuerst!