Nach diversen muslimischen Wählervereinigungen, die es in verschiedenen europäischen Ländern bereits gibt, hat sich jetzt in Italien die erste afrikanische Partei auf europäischem Boden konstituiert. Sie nennt sich „Afroitalian Power Initiative“ (API), Gründerin ist die „Afro-Italienerin“ Cecile Kylenge.

Die 54jährige stammt aus dem Kongo, soll Anfang der 1980er Jahre ein Studienstipendium einer Mailänder Universität erhalten haben und konnte sich infolgedessen und aufgrund „unglücklicher Umstände“ illegal in Italien aufhalten. Dank einer katholischen Hilfsorganisation gelang ihr in Modena der Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis. Sie studierte Medizin in Rom und wurde Augenärztin. 1994 heiratete sie einen Italiener und erhielt die italienische Staatsbürgerschaft. Ihre politische Karriere begann sie bei den Linksdemokraten, der ehemaligen Kommunistischen Partei Italiens. 2013 gelang ihr auf der Liste der Linksdemokraten der Einzug in die Abgeordnetenkammer des Italienischen Parlaments.

Kaum vereidigt, gehörte sie zu den Einbringern eines Entwurfes für ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz, das nach US-Vorbild allen in Italien geborenen Kindern automatisch die italienische Staatsbürgerschaft verschaffen soll. Der Gesetzentwurf kam nicht durch.

Ihre neue Partei „Afroitalian Power Initiative“ (API) wendet sich an die „Afroitaliener“ und sei eine Partei „nur für Afrikaner“, wie sie sagt. Ziel sei eine „wirtschaftliche und politische Stärkung der Afrikanischen Diaspora“. Die API will „Beteiligungsformen“ schaffen, um dieser Diaspora „die Bestätigung ihrer Staatsbürgerschaft in Italien und in Europa“ zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist Kylenge zutiefst davon überzeugt, daß in Italien und in Europa eine Apartheid wie in Südafrika vor Nelson Mandela herrscht. Deshalb erklärt sie wenig originell: „Es ist Zeit, sich Geltung zu verschaffen. Es ist Zeit, zu zeigen, daß es uns gibt. Gegen Mißbrauch und Diskriminierung, für eine Zukunft von Respekt, Wohlstand und sozialem Frieden.“