Die ehemalige Generalstaatsanwältin der Vereinten Nationen, Carla del Ponte, forderte eine Reform der Vereinten Nationen. «Die UNO ist eine große Enttäuschung für mich», sagte sie in einem Interview mit der NZZ am Sonntag. Sie kritisierte die UN als «Schwatzbude», in dem es zu viele Beamte gibt. «Nur wenige arbeiten wirklich.»

Zudem verortete Del Ponte die internationale Justiz derzeit an einem «Tiefpunkt».

«Menschenrechte gelten nichts mehr», kritisierte die 71-Jährige, die sich zum Jahresende zur Ruhe setzen will. Es müsse aber weiter Glauben daran geben, «dass ein unabhängiges internationales Gericht Gerechtigkeit schaffen kann».

Die Schweizerin Del Ponte wurde weltweit bekannt als Chefanklägerin der von der UNO eingerichteten Internationalen Strafgerichtshöfe für Ex-Jugoslawien und Ruanda. 2017 trat sie als Sonderermittlerin einer Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats zu Kriegsverbrechen in Syrien zurück.

Sie habe gehofft, dass der Internationale Strafgerichtshof oder ein neu geschaffenes Gericht die Kriegsverbrechen in Syrien ahnden werde. Der UN-Sicherheitsrat sei aber blockiert gewesen und habe einem solchen Vorgehen im Weg gestanden — und stattdessen nichts getan, kritisierte Del Ponte.

 

 

Quelle: Dailysabah

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