Belarus Außenminister Wladimir Makej hat im Gespräch mit der Presse zu den jüngsten Ereignissen an der Meerenge von Kertsch offizielle Stellung bezogen. Was sich heute auf der Straße von Kertsch abspiele, bestätige die Aktualität und den realistischen Charakter jener Warnungen, die der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko mehrmals zum Ausdruck gebracht habe, so Makej.

„Er warnte davor, dass wir uns dem Abgrund eines großen Konfliktes immer weiter nähern. Zuletzt wurden diese Ängste beim MSC Core Group Treffen in Minsk ausgesprochen. Wie stehen wir dazu? Wir sind direkte Nachbarn. Wir bekommen unmittelbar und mittelbar die Folgen dieser Konfrontation zu spüren“, sagte der Behördenleiter. Belarus sei gegen eine weitere Eskalation in der Region.

Denn sie beeinflusse sowohl die regionale als auch die internationale Sicherheit. „Wir sind überzeugt, dass sich die Konfliktparteien ihrer Verantwortung für die Situation in der Region und für die regionale Sicherheit bewusst sind“, erklärte Makej. In der gegenwärtigen Situation müssten sich auch Drittparteien irgendwelcher emotionaler Äußerungen enthalten, weil sie letztendlich nur die Zuspitzung der Lage herbeiführen könnten, bemerkte der Diplomat.

„Belarus hat immer erklärt, seinen Beitrag zur Beilegung der Konfliktsituation und zur Entspannung der Lage in der Region zu leisten , wenn die politischen Akteure einen entsprechenden Wunsch äußern würden“, sagte Makej. „Wir verfolgten die Äußerungen der beiden Parteien. Aber wir haben keine Seite darauf direkt angesprochen. Natürlich wäre es für uns sehr wichtig, von den beiden Seiten objektive Informationen zu erhalten, um eine eigene Analyse des Zwischenfalls in der Straße von Kertsch zu machen“, fügte der Minister hinzu.

Am Vorabend berichtete BelTA unter Berufung auf die ukrainische Informationsagentur Ukrinform, dass der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko den Erlass „Über die Einführung des Kriegszustandes in der Ukraine“ unterzeichnet habe. Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, hat den Erlass unterstützt. Der Kriegszustand wurde in 10 ukrainischen Gebieten für die Dauer von 30 Tagen ausgerufen.

Der Grund für den Kriegszustand war eine Eskalation im Asowschen Meer. Nach Angaben der ukrainischen Behörden hätten sich die Patrouillenboote „Berdjansk“ und „Nikopol“ sowie das Schleppboot „Jany Kapu“ in der Nacht zu Sonntag auf „geplanter Überfahrt“ aus Odessa nach Mariupol am Asowschen Meer befunden. Die russische Seite sei im Einklang mit internationalem Recht darüber informiert worden.

Die Besatzung habe angefragt, ob sie die Straße von Kertsch durchqueren könne, habe von den Russen aber keine Antwort erhalten. Russland behauptet hingegen, dass es sich bei diesem Vorfall um eine Grenzverletzung seitens ukrainischer Schiffe handelt. Die beiden Seiten bezeichneten den Zwischenfall als eine Provokation.

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