Nachdem es an der Straße von Kertsch zur direkten Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland kam, überschlagen sich die Ereignisse. Gestern wurden nun eine ganze Reihe von Militärlastern sowie mehrere Küstenschutzsysteme vom Typ «Bal» gefilmt, die sich Richtung Kertsch bewegten. Die Truppen wurden in ein Gebiet in der Nähe der Stadt verlegt. Videoaufnahmen, die RT exklusiv vorliegen, zeigen den Militärtransport auf der Autobahn Sevastopol–Kertsch.

Sonntag kam es zur direkten militärischen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer an der Straße von Kertsch. Ukrainische Marineschiffe hatten sich trotz Umkehraufforderungen und Warnungen in russische Gewässer begeben und Kurs gehalten. Russische Grenzschutzbeamte brachten die Schiffe unter Gewaltanwendung auf, beschlagnahmten sie und nahmen die Besatzungsmitglieder fest. Mehrere ukrainische Männer wurden verletzt. Laut russischen Behörden drei, laut ukrainischen sechs.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte, dass die Marine-Soldaten rechtmäßig handelten und Russland unrechtmäßig Gewalt angewendet hätte. Er gibt vor, dass sein Land unter der Bedrohung einer russischen Invasion stehe und ließ das Kriegsrecht für vorerst 30 Tage ausrufen. Kritiker meinen, er tue dies angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen im Frühjahr und seiner Umfragewerte von unter 10 Prozent. Er würde diese dadurch aufbessern, eventuell sogar die Wahl absagen wollen, was das Kriegsrecht ermöglichen würde, sofern es dann noch gilt.

Drei der festgenommenen ukrainischen Soldaten haben sich vor der Kamera zu dem Vorfall auf dem Schwarzen Meer geäußert und eingeräumt, Warnungen und Umkehrbefehle ignoriert zu haben. Ihr Verhalten sei provokativ gewesen, erklärte einer von ihnen und fügte hinzu, die Ansagen der russischen Grenzbeamten bewusst ignoriert zu haben. Russland erklärte zudem, dass unter den Gefangenen zwei Beamte des ukrainischen Geheimdienstes gewesen seien, die zugaben, den Auftrag gehabt zu haben, so zu handeln.

Der russische Außenminister erklärte auch, dass dieses von der Führung in Kiew abgesegnet worden sein muss. Er glaube, das Vorgehen habe unter anderem zum Ziel, anti-russische Politik rechtfertigen und verschärfen zu können, wie etwa weitere Sanktionen. Das Video entstand gestern, nur Stunden nachdem der Leiter des ukrainischen Geheimdienstes (SBU) zugegeben hatte, dass sich Geheimagenten auf den Schiffen befanden, die in russische Gewässer einfuhren.

Moskau erklärte, dass die ukrainischen Schiffe es versäumt hatten, die Durchfahrt über die Wasserstraße zu beantragen. Es folgten gefährliche Manöver der ukrainischen Schiffe und ein stundenlanges, intensives Katz-und-Maus-Spiel. Nach einem blockierten Durchbruchsversuch der Ukrainer sahen sich die Wachen gezwungen, das Feuer zu eröffnen und die Schiffe zu beschlagnahmen. Mehrere Ukrainer, die Schrapnellwunden erhielten, wurden sofort behandelt und ins Krankenhaus eingeliefert.

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