Die Hisbollah postete ein YouTube-Video, in dem sie Israel vor einem Raketenangriff auf den Libanon warnte, nachdem ein erfolgloser Raketenangriff auf Syrien angeblich von Tel Aviv gestartet worden war.

Das Video mit Untertiteln in hebräischer Sprache umfasst Satellitenbilder und genaue Kartenpositionen strategischer Standorte in Israel.

Der Clip, der speziell zeigt, wie sich Hisbollah-Kämpfer auf einen Raketenangriff vorbereiten, und der Anführer der Gruppe, Hassan Nasrallah, sich gegen einen möglichen israelischen Angriff im Libanon zu rächen verspricht, endet mit der Warnung:

«Wenn Sie einen Angriff wagen, werden Sie es bereuen.»

Das Video kam kurz nachdem syrische Medien am Freitag berichteten, dass die Luftabwehr des Landes die einfallenden Raketen im Süden Syriens neutralisiert hatte, als das israelische Militär seine Beteiligung an dem Angriff bestreitet.

Augenzeugen haben seitdem Aufnahmen von syrischen Flugabwehrraketen veröffentlicht, die auf nahekommende Raketen in der Nähe von Damaskus abzufangen scheinen.

Das syrische Außenministerium beschuldigte Israel seinerseits, den Freitag-Angriff durchgeführt zu haben, der laut dem Ministerium «nur ein weiterer Beweis dafür ist, dass Israel terroristische Gruppen unterstützt und versucht, den Konflikt in Syrien zu verlängern.»

Nasrallah warnte in einer Fernsehansprache, dass «jeder [israelische] Angriff definitiv und sicher beantwortet werden wird», eine Erklärung, die auf die Anti-Hisbollah-Äußerungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu folgte.

Anlässlich der UN-Generalversammlung im September lieferte Netanyahu Satellitenbilder der angeblich von der Hisbollah geführten Raketenanlage auf dem internationalen Flughafen von Beirut. Er beschuldigte auch die Gruppe, Beiruts Bewohner als menschliche Schutzschilde eingesetzt zu haben, und betonte, dass Israel [die Hisbollah] nicht mit ihrem Verhalten davonkommen lassen würde.

Die Spannungen zwischen Libanon und Israel eskalierten Anfang dieses Jahres, als hochrangige Beamte beider Länder offen die Möglichkeit eines militärischen Konflikts in Betracht zogen.

Israels Pläne, eine Mauer entlang der Südgrenze des Libanon zu errichten, eine Uneinigkeit über ein Gasfeld im östlichen Mittelmeer, und der israelische Verdacht, dass der Iran die Hisbollah militärisch unterstützt, hat alle dazu beigetragen, dass sich die Beziehungen verschlechterten.

Israel hat mehrfach die Hisbollah beschuldigt, ein iranischer „Terroristenvertreter“ zu sein. Netanyahu warnte, dass Israel „die Versuche des Iran blockieren werde, Syrien und den Libanon als Stützpunkt für Angriffe auf Israel zu nutzen“.

2006 drang Israel in den Libanon ein, als Reaktion auf einen grenzüberschreitenden Überfall der Hisbollah und die Entführung zweier israelischer Soldaten. Der Konflikt, der 34 Tage andauerte und mehr als 1.300 Menschenleben forderte, wurde durch einen von der UN vermittelten Waffenstillstand gestoppt.

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