Präsident Alexander Lukaschenko hat dem russischen staatlichen TV-Sender „Rossija 24“ ein Interview gegeben. Der belarussische Staatspräsident wurde vom Vizedirektor des TV-Senders „Rossija 1“ Sergej Brilew auf die wirtschaftliche Entwicklung in Belarus und wichtige Wachstumstreiber, aktuelle Situation in der Eurasischen Wirtschaftsunion, globale Agenda und internationale Politik sowie die Digitalisierung im EAWU-Raum angesprochen.

„Wir haben viel im Sinn. Wir wissen, welchen Weg wir gehen wollen und wie wir das Ziel erreichen wollen. Wir haben gewisse Erfahrungen gesammelt. Die Eurasische Wirtschaftsunion ist bald 5 Jahre. Wir lernen viel, auch am Beispiel der EU. Wir wissen, was zu tun und was zu lassen ist. Wir können alles, aber wir tun nicht alles.

Wissen Sie, wir schaffen uns selbst unsere Probleme. Warum gibt es immer wieder neue Handelsbarrieren, wenn der Vertrag eindeutig den freien Kapital-, Waren-, Arbeits- und Dienstleistungsverkehr festlegt? Und überall ist der nationale Egoismus im Handel deutlich zu spüren. Das habe ich dem russischen Premier Medwedew oft gesagt. Aber wir wissen doch, dass es keine Regel sein darf.“

Alexander Lukaschenko hält es für wichtig, die erzielten Vereinbarungen strickt einzuhalten. „Eiserne Einhaltungsdisziplin. Das ist in der EAWU nicht der Fall“, stellte er fest. Sergej Brilew erzählte belarussischen Journalisten darüber, dass die jüngsten hochrangigen EAWU-Gespräche und Treffen zum Anlass für das Interview mit Alexander Lukaschenko dienten.

Auch in der nächeten Woche kommen EAWU-Staatschefs zu einem Gipfel in Sankt Petersburg zusammen. Darüber hinaus sei die Eurasische Wirtschaftsunion mit der Persönlichkeit von Alexander Lukaschenko und seiner beruflichen Karriere eng verbunden. Brilew erinnerte daran, dass er den belarussischen Präsidenten vor einigen Jahren zum Thema Eurasien und EAWU bereits interviewt habe.

Das komplette Interview mit Alexander Lukaschenko wird im Vorfeld des EAWU-Gipfeltreffens in Sankt Petersburg auf „Rossija 24“ ausgestrahlt. Russische Journalisten bereiten nicht nur das Interview mit dem Staatschef, sondern eine große Reportage über Belarus vor. Das notwendige Pressematerial sammelte das TV-Team im Minsker Automobilwerk, im Institut für Mikrobiologie und in einer Möbelfabrik. Russischer Journalist und Interviewer Sergej Brilew bezeichnete Alexander Lukaschenko als einen „idealen Gesprächspartner.“ Das Gespräch mit ihm sei oft mit einem „Windsturm“ gleichzusetzen, gab er zu.