Die anhaltenden Proteste setzen dem Präsidenten offenbar stark zu. Laut der französischen Tageszeitung «Le Monde» verlässt das Staatsoberhaupt den Élysée-Palast nur noch geschminkt – damit nicht ersichtlich wird, wie sehr er von der Krise gezeichnet ist.

Am 22. Dezember veröffentlichte die französische Tageszeitung Le Monde einen Artikel, der das «Leben von Emmanuel Macron hinter verschlossenen Türen» beschreibt. Der Beitrag konzentriert sich vor allen Dingen auf den Zeitraum seit dem Beginn der Gelbwestenproteste. Der Artikel beschreibt die zunehmenden Schwierigkeiten des einst so beliebten Präsidenten.

Neben anderen von der Tageszeitung zitierten Kommentaren sind vor allem die von Sylvain Fort, dem Kommunikationsbeauftragten des Präsidenten, bemerkenswert. Fort versucht erst gar nicht, die Krise schönzureden, was eigentlich sein Job wäre. Der Kommunikationsbeauftragte spricht gar von einer Sezession zwischen dem Präsidenten und der Bevölkerung. Und dann der schockierende Satz:

Er geht nicht mehr ohne Make-up aus, weil er so gezeichnet ist. Er schminkt sogar seine Hände.

Während seiner letzten Reisen stieß Macron immer wieder auf lautstarken Protest bei der Bevölkerung. Darunter auch zunehmend Beleidigungen. Ein Video des französischen Regionalsenders France 3 aus der Auvergne belegt die Feindseligkeit während eines Auftritts in Le Puy-en-Velay:

Am 21. Dezember simulierten Gelbwesten gar einen Prozess gegen den Präsidenten der Republik, an dessen Ende sie eine Marionette enthaupteten, die ihn vertrat. Die Staatsanwaltschaft in Charente leitete daraufhin eine Untersuchung ein.

Doch die Wut schlägt Macron nicht nur auf der Straße entgegen – mehrere hohe Reserveoffiziere warfen dem Präsidenten in einem offenen Brief Verrat an den Franzosen vor, weil Macron dem UN-Migrationspakt von Marrakesch zugestimmt hatte. Auch in den Reihen der Polizei bröckelt der Rückhalt. Mehrere Polizeigewerkschaften hatten zu Streiks gegen die Regierung aufgerufen.

 

 

Quelle: RT