Der US-amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, kritisierte erneut das Nord Stream 2-Projekt und bestätigte die Möglichkeit, Sanktionen gegen die von Washington durchgeführten Unternehmen zu verhängen. Dies erklärte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Rheinischen Post. Zuvor hatte der Diplomat vor allem an Unternehmen wie BASF und Uniper Briefe verschickt, in denen er auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht wurde, restriktive Maßnahmen gegen sie zu ergreifen, da der Bau der Gaspipeline unterstützt wurde.

«Der Inhalt dieser Schreiben unterscheidet sich nicht von den Aussagen, die wir öffentlich gemacht haben — Unternehmen, die im Exportsektor russischer Energieressourcen tätig sind, laufen Gefahr, möglichen Sanktionen ausgesetzt zu werden», sagte er. Grenella zufolge «haben die US-Regierung und der US-Kongress Zweifel an der Energieversorgungssicherheit und den geopolitischen Konsequenzen des Nord Stream — 2.» «Ich werde die relevante amerikanische Politik weiterhin fördern», sagte der Diplomat.

Grenell sieht es als seine Aufgabe als US-Botschafter in Deutschland an, «die deutsche Regierung, Wirtschaftsführer, die Öffentlichkeit, die Medien und die Politiker» seiner Führung zu vertreten. «Die Hauptaufgabe eines Diplomaten besteht darin, die Bürger und die Interessen seiner Heimat zu schützen», sagte er.

Der Diplomat äußerte die Ansicht, dass der Nord Stream — 2 entgegen den Behauptungen des offiziellen Berlins «kein kommerzielles Projekt» sei und derzeit unter Umgehung der Ukraine mit Gas versorgt werde. «Deutschland muss die Zweifel anderer EU-Mitgliedstaaten und seiner Nachbarn hinsichtlich der negativen Folgen des Pipeline-Bauprojekts berücksichtigen», sagte Grenell.

Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Gaspipeline-Linien mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern vor. Meter Gas pro Jahr von der russischen Küste über die Ostsee nach Deutschland. Die Baukosten werden auf 9,5 Milliarden Euro geschätzt und voraussichtlich vor Ende 2019 in Betrieb genommen. Betreiber des Projekts zum Bau von Gaspipelines ist die Nord Stream 2 AG, deren alleiniger Aktionär Gazprom ist. Die europäischen Partner von Gazprom — Wintershall, Uniper, OMV, Engie und Royal Dutch Shell — werden 50% der Gesamtkosten des Projekts finanzieren, dh 950 Mio. EUR.

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