Die bayerische Staatsregierung hat 2014 eine Preisverleihung an den Journalisten Claas Relotius mit 50.000 Euro gefördert. Dies wurde dem Nachrichtenportal freie-presse.net auf mehrfache Nachfrage von der Staatskanzlei bestätigt. 

Relotius schrieb überwiegend für den Spiegel und wurde vor einigen Wochen als Fälscher enttarnt, der viele seiner Reportagen erfunden oder stark manipuliert hatte. Die damals von der Landesregierung so großzügig unterstützte Veranstaltung war die Ehrung des später aufgeflogenen Reporters mit dem CNN-Journalistenpreis. Damit wollte der US-amerikanische Sender zwischen 2005 und 2015 journalistische Nachwuchstalente im deutschsprachigen Raum ehren.

Claas Relotius war 2014 Sieger in der Kategorie „Print“ für eine Reportage in einem Schweizer Magazin und wurde außerdem als „Journalist des Jahres“ ausgezeichnet. Beide Preise entzog ihm die damalige Jury mittlerweile wieder. Die Veranstaltung fand damals im Münchener Künstlerhaus statt, sie wurde „von der Staatsregierung gefördert, um den Medienstandort Bayern und München zu stärken“, wie das Kultusministerium gegenüber freie-presse.net erläuterte.

Die bayerische Staatsministerin Ilse Aigner (CSU) sprach ein Grußwort, dessen Manuskript heute angeblich nicht mehr auffindbar ist. „Welchen Nutzen der Medienstandort Bayern und München durch die Förderung der Gala eines US-Privatsenders mit 50.000 Euro Steuergeld gehabt haben soll, ist mir schleierhaft“, wundert sich der bayerische Landtagsabgeordnete Martin Böhm (AfD) gegenüber zuerst.de, „zumal der Preis nur ein Jahr später zum letzten Mal verliehen wurde, und zwar in London“.

 

Quelle: Zuerst!

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