Die Zustimmung Großbritanniens sowie einer Reihe weiterer westlicher Länder zum Aufbau vollwertiger Streitkräfte im Kosovo verstößt gegen die UN¹-Sicherheitsratsresolution Nr. 1244 und gefährdet die Sicherheit der in der Region lebenden Serben. Dies stellte jetzt die russische Botschaft in London gegenüber Journalisten ausdrücklich klar, wie das deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! schreibt.

Wörtlich heißt es in einer diesbezüglichen Erklärung der Botschaft, die in Pristina getroffene Entscheidung, die Kosovo-Sicherheitskräfte in „Streitkräfte“ umzuwandeln, verstoße auch gegen die „Verfassung“ des Kosovo. Ausdrücklich widersprochen wird auch der britischen UN-Vertreterin Karen Pierces, die erklärt hatte, die kosovarischen Behörden hätten as Recht, eine eigene Armee aufzustellen, und daß sich die Region „nicht mehr im Konfliktzustand“ befinde.

In der Mitteilung der russischen Botschaft heißt es demgegenüber, „daß die Aussicht auf die Schaffung einer sogenannten Kosovo-Armee eine direkte Bedrohung für die im Norden der Region lebenden Serben darstellt und somit das Potential für die Entstehung eines neuen Spannungsherds auf dem Balkan stark erhöht“.

Es sei verwunderlich, daß die westlichen Vertreter diese offensichtliche Tatsache, die im letzten Halbjahresbericht des Leiters der OSZE²-Mission in Pristina festgestellt worden sei, stets ignorieren.

Brisanterweise sollen die künftigen Kosovo-Streitkräfte auch noch ausgerechnet in der größten Militärbasis der USA auf dem Balkan, dem umstrittenen „Camp Bondsteel“, untergebracht werden. Zudem haben die USA ihre Bereitschaft erklärt, der Kosovo-Armee tödliche Waffen zu liefern. Dies alles zeuge letztlich vom Scheitern der Vermittlungsbemühungen der EU³, die bei den Verstößen gegen das Völkerrecht wegschaue, statt die freiwillig eingegangenen Verpflichtungen zur Normalisierung der Situation zu erfüllen.

¹Vereinte Nationen, ²Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ³Europäische Union

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