Bislang haben vor allem arabischstämmige Clans die Polizei im Ruhrgebiet beschäftigt. Doch neben diesen sind auch weitere Gruppen im Visier der Fahnder. „Es gibt eine weitere Gruppe. Wir beobachten rumänische und bulgarische Familienclans, deren Aktivität wird zunehmend stärker“, erklärte NRW-Justizminister Peter Biesenbach auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in Düsseldorf.

Diese sind hauptsächlich in Duisburg und Essen aktiv, wobei diese mit arabischen Clans zusammenarbeiten.

„Es gibt Querverbindungen zu den kurdisch-arabischen Clans“, so Biesenbach.Nun müsse man „rechtzeitig einschreiten, damit sich diese Querverbindungen nicht weiter vertiefen.“ In Duisburg arbeiten dafür zwei eigene Staatsanwälte, die seit Juni bereits 258 Ermittlungsverfahren gegen Clan-Kriminelle eingeleitet haben. Dabei geht es u. a. um Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogenhandel, Urkundenfälschung und Raubdelikte. Bei Razzien konnten abgesägte Schrotflinten, Pistolen, Messer – unter anderem in einer riesigen Marihuana-Plantage – gefunden werden. „Offenbar braucht man für eine gesunde Gartenpflege auch Schrotflinten“, bemerkte Duisburgs Oberstaatsanwalt Stefan Müller bei einer Pressekonferenz dazu.

Zusätzlich konnten die Behörden große Vermögen der Clans beschlagnahmen. „655.000 Euro konnten wir sichern, 622.200 Euro durch Zwangshypotheken und 32.800 Euro durch Pfändungen von Bargeld oder Konten.“ Das stellt aus Sicht des Justizministers einen großen Schlag dar. „Eine Gefängnisstrafe ist in diesen Kreisen fast ein Orden. Aber wenn wir ihnen das Geld entziehen, stören wir die Clans empfindlich.“

Verurteilungen gab es dagegen bislang noch nicht. Allein in Duisburg geht die Polizei von 70 relevanten türkisch-, kurdisch- und arabischstämmigen Clans mit rund 2800 Mitgliedern aus, von denen 890 bereits polizeilich in Erscheinung getreten seien.

 

Quelle: Zuerst!

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