Einen Tag nach den Gelbwesten-Protesten in Frankreich sorgt der Fall einer schwer verletzten 73-Jährigen für Aufregung. Die Frau war während eines Polizeieinsatzes in Nizza aus bisher ungeklärten Gründen gestürzt und erlitt dabei laut ihrer Tochter mehrere Schädelbrüche und Blutungen im Hirnbereich. Laut Behörden befand sie sich in der Zone, in der demonstrieren verboten war. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, schreibt euronews.

Die Familie der Verletzten kündigte an, Klage wegen vorsätzlicher Gewalt durch Behördenvertreter einzureichen. Der Zustand der Aktivistin des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac ist laut ihrem Anwalt stabil. Sie befinde sich noch im Krankenhaus.

Wie auch in Paris waren Teile Nizzas für die Gelbwesten gesperrt worden.

In der Hauptstadt erlitt ein Polizist einen Herzstillstand. Die näheren Umstände sind bisher nicht bekannt. Die Polizei war am Samstag nach den schweren Ausschreitungen der Vorwoche mit einem massiven Sicherheitsaufgebot vor Ort. Der Protesttag verlief in Paris weitestgehend friedlich. Landesweit nahmen laut Regierung etwa 8000 Menschen mehr an den Demonstrationen teil als am vorherigen Samstag.

Die französischen Gelbwesten protestieren seit Mitte November wöchentlich — immer wieder gab es Ausschreitungen und Sachbeschädigungen, aber auch viel Kritik am Vorgehen der Polizei. Wie das Justizministerium jetzt bekannt gab, wurden etwa 2000 Menschen seit Beginn der Bewegung verurteilt und 390 Haftbefehle erteilt. Mehr als 8700 Menschen waren demnach zeitweise in Polizeigewahrsam.

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