In Libyen droht rund eine Woche vor einer geplanten UN-Friedenskonferenz eine Eskalation der Gewalt.

Abtrünnige Truppen unter dem einflussreichen General Chalifa Haftar nähern sich Tripolis. Inzwischen stehen Haftars Truppen, die sogenannte Libyschen Nationalarmee, knapp 30 Kilometer vor der Hauptstadt.

Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Bürgerkrieg. Als wichtigste Konfliktparteien stehen sich die international anerkannte Regierung in Tripolis und Haftars Gegenregierung, die im Osten Libyens herrscht, gegenüber.

«Zurück ins Chaos»

Die Kontrahenten Haftar und Sarradsch hatten sich beide mehrfach zu Wahlen bekannt.

Für Mitte April ist in der Stadt Ghadames eine dreitägige Nationalkonferenz geplant, die von den UN organisiert wird. UN-Sondervermittler Ghassan Salame will dort nach Auswegen aus der jahrelangen Krise suchen.

In einer Mitteilung der USA, Frankreichs, Italiens, die Vereinigten Arabischen Emirate und Großbritanniens heißt es, die neue Gewalt drohe Libyen «zurück ins Chaos zu treiben».

UN-Generalsekretär Guterres ist besorgt

UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich bei einem Besuch in dem nordafrikanischen Land besorgt über die Militäroperation.

Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Fayez al-Sarraj rief er die Konfliktparteien zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Auf einer Pressekonferenz sagte er:

«Der Ratspräsident und ich waren uns einig, dass es für kein Problem in der Welt eine militärische Lösung gibt und dass es keine militärische Lösung für die Probleme in Libyen gibt.»

Haftars Truppen waren in den vergangenen Monaten von Osten bis an die Grenze zu Algerien im Westen Libyens vorgerückt. Sie brachten unter anderem Ölquellen unter ihre Kontrolle.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich am Freitag in einer außerordentlichen Sitzung mit der jüngsten Entwicklung befassen.

Метки по теме: ; ;