Deutschland gilt als eines der einflussreichsten Länder der Europäischen Union bis vor kurzem auch eines der wirtschaftlich erfolgreichsten. Ihr Auftritt war immer ein Vorbild, aber diesmal nicht. Dies geht aus dem Material der Publikation „Die Welt“ hervor, die dem nächsten Bericht des Vertreters der Europäischen Kommission für Wirtschaft und Finanzen, Pierre Moscovisci, gewidmet ist.

Prognosen zufolge wird das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr unter 1 Prozent des BIP liegen, zu einem Zeitpunkt, an dem selbst in Polen ein Wert von 4,2 Prozent erreicht wird. Damit lag die BRD auf dem Niveau Italiens, obwohl die Prognose im Herbst letzten Jahres 1,7 Prozent ergab.

Die Europäische Kommission ist zuversichtlich, dass der Grund für diese unangenehme Rezession in Berlin der Versuch von US-Präsident Donald Trump war, wirtschaftlichen Druck auf Deutschland auszuüben.

Moscovisi wies insbesondere darauf hin, dass die protektionistische Politik des Weißen Hauses die Automobilindustrie beeinflusst, wofür Deutschland und Italien bekannt sind. Bereits im Mai plant Trump die Einführung von Zöllen auf Autos aus Europa.

In geringerem Maße wirkten sich nach Angaben des EU-Kommissars der Brexit und die Eskalation der internationalen politischen Krise auf die Wirtschaftsindikatoren aus. Darüber hinaus sind einige der Brüsseler Maßnahmen, insbesondere die Verschärfung von Umweltstandards, zu einem negativen Faktor für die Automobilindustrie geworden.