Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur GmbH (DPA) wird die Teilnahme Deutschlands am irakischen Ausbildungsprogramm aufgrund der zunehmenden Spannungen in der Region unter Berufung auf militärische Quellen ausgesetzt. Auch die Niederlande setzen ihre dortige Mission aus.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte diese Information und sagte, dass Deutschland Hinweise auf mögliche Angriffe habe, die angeblich vom Iran unterstützt würden. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Schulungsprogramme in den kommenden Tagen nicht wieder aufgenommen werden könnten, fügte der Sprecher hinzu.

Gegenwärtig gibt es im Irak 160 deutsche Militärs und auch Offiziere des Bundesnachrichtendienstes, die irakische und kurdische Truppen ausbilden.

Die Erklärung kommt einen Tag nach der Ankündigung des US-Zentralkommandos, dass die US-Streitkräfte im Irak und in Syrien wegen «glaubwürdiger Drohungen der iranischen Streitkräfte» in der Region in Alarmbereitschaft versetzt worden seien.

Die Vereinigten Staaten sagten früher im Mai, sie würden die USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group und eine Bomber-Task Force in der Nähe des Iran einsetzen, um «eine klare und unverwechselbare Botschaft» nach Teheran zu senden. Letzte Woche genehmigte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan den Einsatz des Patriot-Raketenabwehrsystems und der USS Arlington (LPD-24) im Nahen Osten.

Im vergangenen Herbst schlossen die Vereinigten Staaten ihr Konsulat in der irakischen Stadt Basra unter Berufung auf die Drohungen des Iran. Washington hat den Iran auch beschuldigt, das US-Konsulat und die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad angegriffen zu haben.

 

Die niederländische Regierung hat außerdem ihre Mission im Irak ausgesetzt, um die lokalen Behörden bei der Bekämpfung der Sicherheitsbedrohung zu unterstützen, berichtet ANP. Niederländische Soldaten bilden zusammen mit anderen ausländischen Truppen irakische Streitkräfte in Erbil im Nordirak aus.