Die nigerianische Armee hat das Feuer auf Demonstranten eröffnet, die die Freilassung des muslimischen Spitzenklerikers Scheich Ibrahim Zakzaky fordern, der seit vier Jahren wegen erfundener Anschuldigungen festgehalten wird.

Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, nachdem sie am Freitagabend bei der Kundgebung von Soldaten beschossen worden waren.

Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für den Führer der Islamischen Bewegung in Nigeria (IMN), der seit Dezember 2015 nach einem tödlichen Überfall der nigerianischen Armee auf seinen Wohnsitz im nördlichen Bundesstaat Kaduna festgehalten wird.

Sheich Zakzaky, der Mitte sechzig ist, hat bei der Razzia sein linkes Augenlicht verloren. Seine Frau erlitt auch schwere Wunden, während mehr als 300 seiner Anhänger und drei seiner Söhne bei der Gewalt ums Leben kamen.

Der Geistliche ist seitdem zusammen mit seiner Frau und einer großen Anzahl seiner Anhänger in Gewahrsam.

Im Jahr 2016 hatte das nigerianische Bundesgericht nach einem Gerichtsverfahren die bedingungslose Freilassung aus dem Gefängnis angeordnet. Die Regierung hat sich jedoch bisher geweigert, ihn freizulassen.

Zakzakys Anwaltsteam hat lange um seine Freilassung gebeten und erklärt, er leide unter gesundheitlichen Problemen, die eine dringende medizinische Versorgung im Ausland erfordern, doch das staatliche Gericht in Kaduna hat den Antrag abgelehnt.

Eine Gruppe von medizinischen Experten und Beratern, die Anfang dieses Monats Gesundheitsuntersuchungen bei Zakzaky und seiner Frau durchgeführt hatten, schlug vor, die beiden unverzüglich ins Ausland zu bringen, um eine Behandlung zu erhalten.