Der Videoskandal hat bereits zu politischen Unruhen in Österreich geführt, wo die von Bundeskanzler Sebastian Kurz geführte Landesregierung am Dienstag nach einem Misstrauensvotum entlassen wurde. Nun gibt es weitere Details. Die hübsche Dame ist keine Russin, keine Letttin, sondern soll aus Bosnien kommen, berichtet RIA Novosti

 

 

Der Skandal brach Anfang des Monats aus, als die deutschen Medien Spiegel und Suddeutsche Zeitung unter Berufung auf die von ihnen erhaltene Videoaufnahme berichteten, dass der damalige österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache 2017 die Möglichkeit eines Erwerbs der Zeitung Kronen Zeitung durch erörterte eine Frau, die sich Nichte einer russischen Oligarchie nannte, um bei den Parlamentswahlen 2017 Hilfe zu erhalten.

Nach dem Ausbruch des Skandals sagte Strache, die Frau sei russischsprachige lettische Staatsbürgerin und beschrieb die Situation als Falle und „politisches Attentat“.

Am Montag berichtete die österreichische Zeitung Kronen Zeitung unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass eine Studentin, die sich 2017 bei ihrem Treffen mit Strache auf Ibiza als Nichte einer russischen Oligarchen ausgab, tatsächlich eine bosnische Staatsangehörige ist.

Den Quellen zufolge sprach die Studentin, deren Name nicht genannt wurde, angeblich fließend Russisch und erhielt 7.000 Euro pro Tag für ihre Einwilligung, an einem Video mit Strache teilzunehmen.

Die Quellen behaupteten, dass diejenigen, die hinter dem Video standen, während des Treffens mit der Frau Alkohol und verbotene Substanzen konsumierten, um „seine Zunge zu lockern“.

Die Operation hätte den Veranstaltern etwa 400.000 Euro gekostet, so die Quellen. Die Veranstalter hätten einem namentlich nicht genannten einflussreichen Österreicher das Filmmaterial für 1,5 Millionen Euro angeboten, aber ohne Erfolg.

Als Ergebnis wurde das Video nur für 600.000 Euro (669.000 Dollar) an eine nicht genannte deutsche Firma verkauft, die sie wiederum an die deutschen Medien Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung zur Veröffentlichung übergeben, nach den Quellen.

Dies geschah, nachdem Österreichs Präsident Alexander Van der Bellen am Dienstag, einen Tag nachdem Kurz ein Misstrauensvotum verloren hatte, die Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz aufgelöst hatte.

Van der Bellen befahl Vizekanzler Hartwig Loger, der vor einer Woche Interims-Vizekanzler geworden war, bis zur Ernennung eines Interims-Regierungschefs, der bis zu den vorgezogenen Parlamentswahlen im September an der Spitze bleiben wird, als Kanzler zu fungieren.

Die Entwicklungen folgten auf den Rücktritt von Vizekanzler Heinz-Christian Strache und aller Minister von Kurzs kleinem Koalitionspartner, der Freiheitspartei (FPO), mit Ausnahme der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl am 20. Mai. Am Montag wurde Kurz durch ein Misstrauensvotum abgewählt. Neuwahlen sind für den kommenden Herbst anberaumt.