Der Präsident des Regierungspräsidiums Kassel, Dr. Walter Lübcke, wurde in der Nacht auf Montag erschossen. Die Kugel traf den 65-Jährigen «aus nächster Nähe» oberhalb des rechten Ohres in den Kopf.

In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 3. Juni 2019 um ca. 0:30 Uhr wurde der hessische Landtagsabgeordnete der CDU und Regierungspräsident von Kassel, Dr. Walter Lübcke blutig auf der Terrasse seines Hauses gefunden. Polizei und Rettungsdienste wurden gerufen.

„Es gibt noch keine Hinweise auf Täter oder Motiv“, musste die Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts, Sabine Thurau bekannt geben. Selbstmord werde jedoch ausgeschlossen. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes und seiner mehr als 20-köpfigen Sonderkommission gehen in alle Richtungen.

Medienberichten zufolge traf der Regierungspräsident in seinem Vorgarten auf den Killer. Anschließend schleppte sich der lebensgefährlich Verletzte noch wenige Schritte bis zur Terasse, wo er zusammenbrach.

Als Regierungspräsident war Lübcke 2015 auch für die Einrichtung von Erstaufnahmelagern für Flüchtlinge zuständig. Auf Anfeindungen bei einer Bürgerversammlung sagte er einmal, es lohne sich, in Deutschland zu leben und für die hiesigen Werte einzutreten. „Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“

In der Folge hatte der CDU-Politiker mehrere anonyme Morddrohungen erhalten. Vier Jahre später wurde er nun ermordet. Ein Zusammenhang zu der Tat am Montag sei bislang aber nicht ersichtlich, sagte Thurau.

CDU, Landesregierung und Regierungspräsidium reagierten bestürzt auf den Tod Lübckes. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) würdigte Lübcke als „langjährigen Weggefährten“, der sich mit Weitblick und ganzer Kraft für die Menschen in Nordhessen eingesetzt habe.

Er habe „völlig zu Recht ein außerordentliches Ansehen über Parteigrenzen hinweg“, erklärten in Kassel und Wiesbaden auch die Grünen, die in Hessen gemeinsam mit der CDU regieren.

 

Epoch Times

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